Marktausblick
Profi-Anleger favorisieren Aktien für 2011

2010 war ein Jahr für Aktien. Und 2011 dürfte es nach Meinung der meisten Börsenprofis so weiter gehen. Viele Großinvestoren befürchten eine Blase an den Anleihemärkten. Sie nehmen daher verstärkt Dividendenpapiere ins Depot.
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FRANKFURT. Die Welt atmet auf, denn der Kampf gegen die globale Wirtschaftskrise zeigt Erfolge. Regierungen und Notenbanken haben riesige Rettungsschirme aufgespannt und die Welt zudem mit billigem Geld überflutet. Die Ergebnisse sprechen für sich. Die in dieser Dynamik kaum erwartete wirtschaftliche Erholung hat einen Stimmungsaufschwung an den Finanzmärkten ausgelöst und den bereits kurz nach dem Ausbruch der Krise einsetzenden Kursaufschwung verstärkt. Folge: Die Anleger konnten wieder Geld verdienen - und das nicht zu knapp. Allein in diesem Jahr haben die meisten Anlageklassen hohe Wertsteigerungen erfahren.

Viele Anleger verschließen die Augen vor den Risiken

Dass es sich bei der ökonomischen Entwicklung um einen "geborgten" Aufschwung handelt, scheint kaum jemanden zu interessieren. Schließlich ist die Konjunktur nur durch den Aufbau riesiger Schuldenberge auf Trab gekommen. Doch viele Anleger verschließen derzeit die Augen vor den Risiken. Sie glauben stattdessen an eine Fortsetzung der konjunkturellen Erholung.

Zweifel gelten demgegenüber als unpopulär. Kein Wunder: Das billige Geld verlockt zu Investments in fast allen Anlageklassen und an fast allen Märkten. Apropos Märkte - vor allem an den Anleihemärkten befürchten Experten, dass sich dort die freien Kräfte des Marktes nicht mehr entfalten können. Denn wenn Regierungen notleidende Unternehmen retten und "quasi-staatliche" Institutionen wie Notenbanken durch den Aufkauf von Staatsanleihen zu dominierenden Akteuren an den Bondmärkten werden, verzerrt das die Marktstrukturen. Dort, wo Notenbanken-Aktivitäten die Funktion des Staates sichern, ist das Prinzip der Marktwirtschaft außer Kraft gesetzt.

Immer mehr Anleger sehen daher die Gefahr einer Blasenbildung an den Bondmärkten. Sie galten als Favoriten im zu Ende gehenden Jahr. Doch langsam leidet das Vertrauen der Anleger unter der freizügigen Geldpolitik der Notenbanken. Die Renditen für Staatspapiere sind in Europa und in den USA in den vergangenen acht bis zehn Wochen kräftig gestiegen - obwohl die Notenbanken im Rahmen des so genannten "Quantitative Easing" massiv Staatsanleihen gekauft haben. Für Marktbeobachter ist das ein Signal. dass die Investoren mehr und mehr an der Fähigkeit von Regierungen und Notenbanken zu zweifeln beginnen, die Verschuldungsprobleme zu lösen. In Deutschland ist die Rendite zehnjähriger Euro-Staatsanleihen innerhalb von rund acht Wochen vom historischen Tief bei rund 2,10 auf 3,00 Prozent gestiegen. Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries schoss von 2,40 auf 3,30 Prozent.

Bondmarkt-Analysten gehen allerdings davon aus, dass die Sätze in den kommenden sechs Monaten durch Eingriffe der Notenbanken zunächst noch einmal fallen werden. Nach einer Handelsblatt-Umfrage bei 20 führenden Banken erwarten die Experten bis Mitte kommenden Jahres für zehnjährige Treasuries eine Rendite von 2,93 Prozent, bei den zehnjährige Euro-Staatsanleihen Deutschland 2,73 Prozent. Danach allerdings müsse mit einem Ende der rund 30 Jahre währenden globalen Bondmarkt-Hausse gerechnet werden, heißt es von mehreren Seiten. "Staatsanleihen und Zinsrisiken sollten daher deutlich untergewichtet werden", sagt Josef Zechner von Österreichs Fondsgesellschaft Spängler IQAM Invest in Salzburg.

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