Marktbeobachter rechnen im Halbleitergeschäft mit anhaltendem Boom bis 2006
Analysten setzen bei Chipaktien auf steigende Kurse

Fast alle Chipproduzenten rechnen im laufenden Jahr mit Wachstumsraten um die 20 Prozent. Auch Analysten untermauern die optimistischen Prognosen, raten aber bei den Aktien zur Vorsicht. Viele Werte sind in den letzten zwölf Monaten bereits sehr gut gelaufen. So legten die Aktie des Branchenführers Intel um 60 Prozent zu. Die Titel einiger kleinerer Hersteller erzielten sogar ein Plus von über 100 Prozent. Wer noch von dem Boom in der Halbleiterindustrie profitieren möchte, sollte nach Analystenansicht nicht mehr lange zögern.

DÜSSELDORF. Erst vor gut einer Woche hat das Marktforschungsinstitut Gartner die Erwartungen für die Halbleiterumsätze in 2004 weiter hochgeschraubt und geht mittlerweile davon aus, dass die Chipverkäufe in den kommenden Monaten um über 22 Prozent zunehmen. Wachstumstreiber sollen neben der Computerindustrie weiterhin die Handyhersteller – insbesondere durch die Einführung der neuen UMTS-Technik – sowie das zunehmende Interesse an DVD-Playern und digitalen Foto- und Videokameras sein.

Da die durchschnittliche Auslastung der Fabriken aber schon jetzt bei gut 95 Prozent liege und sich die Halbleiterpreise von den Tiefstständen vor rund zwei Jahren erholt hätten, werde sich die steigende Nachfrage deutlich in den Ergebnisse zeigen, meinen die Analysten.

An der positiven Grundstimmung ändert auch die jüngste Schwäche der Aktien nichts. So fielen die Intel-Papiere, nachdem der Konzern die Umsatzprognose für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres um 300 Mill. Dollar auf acht Mrd. Dollar gesenkt hatte. Die Aktie von Texas Instruments notierte ebenfalls schwächer, obwohl der Konzern seine Prognose nach oben korrigierte und Umsätze bis zu 2,95 Mrd. Dollar erwartet.

„Derartige Kursausschläge darf man in dieser Branche nicht überbewerten“, sagt Thomas Hofmann von der Landesbank Rheinland-Pfalz. Die Erwartungen sind einfach immer enorm hoch. „Unterm Strich werden die Zahlen nochmal gut ausfallen“, schätzt der Anlageexperte.

Vorsichtig werden die Analysten nur, wenn es um längerfristige Prognosen geht. Spätestens 2006 werde es kritisch, sagt Reinhard Matuschka von der BayernLB. Viele Unternehmen haben schon vor Monaten damit begonnen, neue Fabriken zu errichten. „Wenn diese in Betrieb gehen, kann es leicht zu einem Überangebot kommen“, meint auch Ingmar Lehmann, Technologieexperte bei SEB.

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