Max Otte und Dirk Müller
Die Krisenerklärer

Dirk Müller und Max Otte sind die bekanntesten Gesichter der Finanzwelt. Kaum eine Talk-Show kommt ohne sie aus. Warum die Ansichten eines Börsenhändlers und eines Crashpropheten derzeit so gefragt sind.

Düsseldorf, FrankfurtDirk Müller. Das klingt nicht nach großer, weiter Welt, eher nach deutschen Niederungen. Der Name könnte kaum passender sein für den Mann, der sich derzeit Deutschlands gefragtester Ratgeber in Geldfragen nennen darf. Müller, 43, schreibt Bücher, die in den Bestsellerlisten ganz oben stehen, er reist durch die Lande, hält Vorträge, sitzt zur besten Sendezeit in Talkshows.

Europa ächzt unter Schulden, Italien steht am Abgrund, Dirk Müller sagt, warum. Krisenerklärer, das ist sein Geschäftsmodell. Die Zeiten könnten schlechter sein für ihn.

Müller ist nicht allein im Krisengewerbe. Sitzt er mal nicht auf dem Talkshow-Sofa, dann ist mit ziemlicher Sicherheit Max Otte da, der Wirtschaftsprofessor und Crashprophet aus Köln. Seit der Ökonom in seinem Buch "Der Crash kommt" 2006 die Finanzkrise vorhersah, ist er ein gefragter Mann. 500.000-mal verkaufte sich das Buch, auch im Fernsehen, im Radio, in Zeitungen und im Internet ist Otte präsent. Der 47-Jährige sendet auf allen Kanälen. Griechenland müsse raus aus dem Euro, nur so könne das Land gesunden. Die Politik müsse den Menschen endlich sagen, woran sie seien. Applaus. Müller oder Otte - einer ist immer da.

Die Menschen verstehen es

Ihr Erfolg lässt sich erklären: Wenn die beiden Krisenexperten über die Finanzmärkte reden, dann hört sich das anders an als das, was die Experten in den Bankentürmen von sich geben. Die Menschen verstehen die beiden. Sie sprechen einfach, geradeheraus, Müller meist etwas schneller. Otte, geboren im westfälischen Plettenberg, redet langsamer und meist bedächtig. Beide kennen sich, beide schätzen sich, sind mittlerweile befreundet. Auch wenn sie nicht immer einer Meinung sind.

Müllers wichtigste Botschaft: Kümmert euch selbst um eure Finanzen, bevor es andere tun und euer Geld weg ist. Manche seiner Ratschläge mögen banal daherkommen: ein Haushaltsbuch führen, schauen, dass jeden Monat mehr Geld reinkommt als rausgeht, nur solche Verträge abschließen, die man wirklich versteht.

Kritiker werfen Müller und Otte vor, ihre Erklärungen seien zu simpel. Die Kritik kommt meist aus Kreisen, denen es lieber ist, wenn Bankkunden gar nicht so genau hinschauen, was sie unterschreiben - und stattdessen auf die vermeintlichen Fachleute in den Finanzkonzernen hören. Manche fragen sich, warum ausgerechnet die beiden so populär sind.

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