Mehr geliehene Aktien
Spekulanten rüsten für den nächsten Kursrutsch

An den Aktienmärkten geht es wieder nach oben. Doch wie lange noch? Die Spekulanten an den internationalen Börsen rüsten sich für den nächsten Einbruch. Experten mahnen Anleger zur Vorsicht.
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Trotz der deutlichen Kursgewinne in den vergangenen Tagen sind viele Investoren überzeugt, dass es an den Börsen schon bald wieder kräftig nach unten gehen wird. Ablesen lässt sich die Skepsis unter anderem an den sogenannten Leerverkäufen.

Ist ein großer Anteil der börsengehandelten Aktie geliehen, bedeutet dies, dass relativ viele Leerverkäufer aktiv sind. Und die Zahl der geborgten Papiere ist zuletzt kräftig gestiegen. Mittlerweile liegt ihr Anteil nach Angaben des Finanzdatenanbieters Bloomberg an den internationalen Börsen im Schnitt bei 11,6 Prozent – und damit deutlich über der Zehn-Prozent-Marke; im Juli waren es gerade einmal 9,5 Prozent.

Leerverkäufer leihen sich Aktien bei anderen Investoren – und verkaufen diese. Sie spekulieren darauf, dass die Kurse der Papiere weiter fallen und sie sich, bevor die Aktien an den Verleiher zurückgegeben werden müssen, günstig über die Börse mit den entsprechenden Papieren eindecken können.

Die in den vergangenen Wochen rasant gestiegene Zahl geliehener Aktien ist weltweit der größte Zuwachs seit 2006, wie Data Explorers im Auftrag von Bloomberg erhoben hat. Zu den am häufigsten „leer verkauften“ Aktien an der New Yorker Wall Street zählen derzeit beispielsweise die Papiere von Alcoa; beim größten Aluminiumhersteller in den Vereinigten Staaten beläuft sich der Anteil auf immerhin 4,4 Prozent. Hoch im Kurs bei den Aktienleihern stehen in diesen Tagen auch die Papiere des Pharmariesen Pfizer und Anteilsscheine von Mischkonzern General Electric. Bei beiden Unternehmen ist die Zahl der Leerverkäufe zuletzt deutlich gestiegen, heißt es bei Data Explorers.

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Auch in China ist das Misstrauen der Investoren groß

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  • daytrader lässt grüßen.

  • .
    "Zeichen dafür, dass die Märkte intakt sind"

    Auf zum nächsten Grillfest!


    Kommt meine Hühner, koooomt........but, but, but.
    Ich habe euch was feines mitgebracht.
    .

  • "Aus dem Nichts heraus" kam für alle, die vom Markt nichts verstehen (d.h. kein Gefühl für ihn haben, weil er ihnen im Herzen einfach fremd ist) der Absturz der Märkte, etwa des DAX von 7200 auf 5800 binnen weniger Wochen Ende Juli/Anfang August 2011, und ebenso kommt nun - oder wird den nächsten Wochen vielleicht kommen - "aus dem Nichts heraus" die Orientierung vielleicht auf 6000 oder eine Bandbreite etwa von 5500-6200 oder mehr.
    Warum? Weil "der Markt" (es gibt eben nicht personifiziert im Nadelstreifenanzug mit Zigarre "DEN Markt", es gibt nur: Abermillionen Marktteilnehmer) eben einfach den Erwartungshorizont wechseln kann. Das ist das, was Staaten nicht können: Perspektiven wechseln.
    So hat sich offenbar in diesen Tagen die Perspektive gewechselt. Zeitlich wird offenbar nach Monaten der Gegenwartsperspektive nun wieder weiter in die Zukunft gesehen, d.h. der Ausblick weiter hinaus gelenkt auf das 1. Quartal 2012, und von einer Bewältigung der Schuldenkrisen über Flutung der Märkte mit Liquidität ausgegangen.
    Das einzige, was immer wieder verwundert, ist, dass so viele marktfeindlich gesinnte Menschen sich empören, wenn "der Markt" die Richtung ändert. Dabei sind Richtungsänderungen doch das Normalste der Welt - und eher meistens Zeichen dafür, dass die Märkte intakt sind.
    Ein defekter Markt ist ein ‘Markt‘, der sich nicht ändert.

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