Mehrjahresvergleich: Wer langfristig besser abschneidet

Mehrjahresvergleich
Wer langfristig besser abschneidet

Welche Geldmanager haben einen langen Atem? Der Vergleich der über drei Jahre besten Profis gibt Aufschluss.

"Im Mai war es wieder schlimm", erinnert sich Jens Ehrhardt, Vermögensverwalter aus Pullach bei München, "da riefen die Kunden dutzendweise an und wollten, dass wir aussteigen." Die Börse war eingebrochen, der Dax rasch von 6 100 auf 5 300 Punkte gesackt. "Klar", sagt Ehrhardt, "in solchen Situationen werden die Kunden nervös." Er überredete seine Klienten, bei der Stange zu bleiben. Der Erfolg dürfte die meisten inzwischen beruhigt haben. Der Dax berappelte sich und notiert heute bei rund 6 850 Punkten. Ehrhardt hat solche Phasen oft erlebt. 1974. 1987. 1998. 2000. Er ist nicht nur einer der erfahrensten Geldmanager Deutschlands, sondern auch einer der besten. Von Anfang 2004 bis Ende 2006 mehrte er das Beispieldepot eines Kunden um 80 Prozent.

Erstmals seit der Gründung 2001 hat die Ratingagentur Firstfive einen Langzeitvergleich über drei Jahre erstellt. Schönwetterkapitäne oder reine Bärenmarktprofiteure spielen mitunter in einem extremen Börsenjahr wie 2001 oder 2003 vorne mit. "Im Langfristvergleich haben sie aber keine Chance", sagt Firstfive-Vorstand Jürgen Lampe, "über 36 Monate setzt sich nur durch, wer eine wasserdichte Strategie hat und flexibel auf verschiedene Marktgegebenheiten reagieren kann." So wie Ehrhardt, der 2004 und 2005 viel in Goldminentitel und mittelgroße Werte wie Salzgitter oder K+S investiert hatte. 2006 nahm er dort Gewinne mit und schichtete um in große Standardwerte wie die Allianz.

Ebenfalls beachtlich ist die Performance der BW-Bank. Die Stuttgarter machten aus dem ausgewogenen Depot eines Kunden mit Aktien, Zertifikaten und Zinspapieren in drei Jahren 36 Prozent plus. Auch bei der BW-Bank wählt der Computer die Einzelaktien und Zinspapiere aus; bei Aktien aus dem "Euro Stoxx und einigen Schweizer Werten", sagt Portfoliomanager Norbert Hirschberg. Die Schwaben setzen stark auf Discountzertifikate. "Die haben ein günstiges Verhältnis zwischen Chance und Risiko." Aktien kaufen sie aber auch. 2007 stehen Chemie-, Pharma- und Industriewerte auf der Beobachtungsliste, speziell Linde, Bayer, Roche, Siemens. In der konservativen Klasse mit Depots voller Zinspapieren setze sich die Wiener Raiffeisen Capital Management von der Konkurrenz ab.

Die vielleicht beste Leistung aller Verwalter gelang Dieter Helmle vom BHF-Trust. Seine Depots tauchen nicht nur fast jedes Jahr unter den je besten drei auf; in 36 Monaten machte er aus einem Aktien-Renten-Mischdepot mehr als 57 Prozent plus – ein Wert, von dem die meisten Mischfonds und andere Verwalter nur träumen können. Der Zweitbeste liegt fast 15 Prozentpunkte hinter ihm. Helmle schichtete in den drei Jahren nur selten um. Er liebt Dividendentitel wie Enel oder Eon und günstig bewertete Ölaktien wie Total und Eni.


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