Merrill-Lynch-Umfrage
Fondsmanager setzen verstärkt auf Aktien

Fondsmanager haben weltweit ihr ohnehin schon hohes Engagement in Aktien im Juni nochmals deutlich verstärkt und sehen die Konjunkturentwicklung optimistisch. „Trotz der Unsicherheit auf den weltweiten Kreditmärkten sind institutionelle Investoren voll in Aktien investiert, und ihr Risikoappetit steigt“, sagte David Bowers, ein unabhängiger Berater von Merrill Lynch.

cü FRANKFURT. Aktuell gewichten 69 Prozent der Investoren Aktien in ihren Portfolios über und damit drei Prozent mehr als im Juni, wie aus der monatlichen Umfrage der US-Investmentbank Merrill Lynch unter 186 Fondsmanagern, die insgesamt 618 Mrd. Dollar an Anlagegeldern verwalten, hervorgeht. Dabei bevorzugen die internationalen Fondsmanager Aktien aus Europa gegenüber Dividendenpapieren aus den USA. Die Erhebung gilt als das wichtigste Stimmungsbarometer der Profi-Investoren.

Seit Wochen stehen an den Kreditmärkten die Kurse der Anleihen von Unternehmen und Derivate, mit denen sich Investoren gegen Zahlungsausfälle absichern können, unter Druck. Investoren an den Kreditmärkten fürchten eine Ausweitung der so genannten Subprime-Krise mit ihren Ausfällen schwacher privater Hypothekenschuldner in den USA.

Die Aktienmärkte haben darunter jedoch nur ganz kurz gelitten, und Indizes wie der Deutsche Aktienindex (Dax) und der Dow Jones für die Standardwerte in den USA haben zuletzt neue Rekordhochs markiert. 78 Prozent der von Merrill Lynch befragten Fondsmanager meinen zwar, dass die Ausfallrisiken auf den Kreditmärkten die größte Gefahr für die Stabilität der Finanzmärkte darstellen. Dennoch erwarten knapp zwei Drittel der Anleger, dass die Weltwirtschaft darunter nicht leiden wird. Zudem geht mehr als die Hälfte der Befragten davon aus, dass die Unternehmensgewinne in den nächsten zwölf Monaten weiter steigen oder stabil bleiben werden.

Dass die Risiken an den Kreditmärkten zwar gesehen, aber ignoriert werden, hält Merrill-Berater Bowers für „paradox“. Die Investoren würden die Subprime-Krise als isoliertes Ereignis bewerten.

62 Prozent der Fondsmanager halten es für unwahrscheinlich, dass die Aktienmärkte auf Sicht von sechs Monaten unter dem Strich nachgeben, im Juni waren dieser Meinung nur 55 Prozent. 70 Prozent halten Aktien für fair bewertet und damit sechs Prozent mehr als vor einem Monat.

Bei Anleihen üben sich die Profits dagegen noch stärker in Zurückhaltung als im Juni. 72 Prozent gewichten Bonds in ihren Portfolios unter. Gleichzeitig halten die Fondsmanager im Schnitt nur 3,4 Prozent ihrer Anlagevermögen als Bargeld oder als bargeldähnliche Mittel und damit so wenig wie nie zuvor.

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