Merrill-Lynch-Umfrage
Professionelle Anleger kaufen wieder mehr Aktien

Internationale Vermögensverwalter zeigen wieder etwas mehr Zuversicht für die Aktienmärkte. Daher beginnen sie, ihr über den Sommer geparktes Kapital wieder in Dividendentitel zu investieren. Das ist das Ergebnis der monatlichen Umfrage von Merrill Lynch unter mehr als 200 institutionellen Investoren im September.

rez FRANKFURT. Zwei Gründe erkennt Merrill Lynch in der Umfrage für das optimistischere Verhalten der professionellen Anleger. Erstens habe die Entscheidung der US-Notenbank Fed vom August, den Leitzins im Land stabil zu lassen, die Inflationsangst der Investoren gedämpft, interpretiert Merrill-Lynch-Berater David Bowers das Ergebnis. Aktuell rechnen 41 Prozent der Fondsprofis mit einer steigenden Kerninflationsrate, im August war es noch die Mehrheit. Zweitens stimmt der deutlich gesunkene Ölpreis die Vermögensverwalter laut Merrill positiver.

„Schaut man sich an, wie entspannt die Anleger die Inflation sehen, ist es erstaunlich, dass sie ihre Portfolios nicht stärker fokussieren“, sagt Bowers. Hindern könnte die Investoren ihr anhaltender Pessimismus über die Entwicklung der Firmengewinne. Gut zwei Drittel der Fondsmanager rechnen damit, dass die Unternehmensgewinne bis zum Sommer 2007 sinken werden. Daher verwundert es nicht, dass noch immer knapp drei Viertel der Vermögensverwalter erwarten, dass das globale Wachstum abnimmt.

Gleichwohl haben die Profi-Investoren ihre liquiden Anlagen etwas zurückgefahren und gewichten Aktien in ihren Portfolios wieder über. Die Liquiditätsquote beträgt im Durchschnitt noch vier Prozent nach 4,4 Prozent im August.

Knapp 60 Prozent gewichten Aktien gegenüber anderen Anlagen wieder über. Im August taten dies nur 44 Prozent. Nach Regionen bevorzugen die Fondsmanager die Euro-Zone. Nach Sektoren zählen nach wie vor Pharma- und Energieaktien zu ihren Favoriten, wenngleich die Vorliebe für Energietitel mit Sinken des Ölpreises nachgelassen hat.

Anleihen werden im Zuge der abnehmenden Inflationssorge wieder unbeliebter. Aktuell gewichten wieder fast zwei Drittel der Vermögensverwalter Bonds unter, im August taten dies 56 Prozent. Mit Blick auf Währungen glauben die Fondsmanager weiter an eine Aufwertung des Yens und sehen den US-Dollar im Abschwung. Für gut zwei Drittel ist die japanische Währung unterbewertet, fast die Hälfte hält den Dollar für zu teuer.

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