Merrill-Lynch-Umfrage
Professionelle Investoren scheuen das Risiko

Auch Vermögensverwalter gehen auf Nummer sicher: Sie halten eine Menge Kapital in liquiden Mitteln und ganze 30 Prozent sichern sich gegen weitere Kursverluste ab. Der Grund: extremer Konjunktur-Pessimismus. So rechnen zwei Drittel mit einer weiteren Abschwächung des weltweiten Wachstums.

FRANKFURT. Nach dem turbulenten Jahresauftakt an den Aktienbörsen halten institutionelle Anleger einen relativ hohen Teil ihres Kapitals in liquiden Mitteln. Außerdem sichern sie sich gegen mögliche weitere Kurseinbrüche von Aktien ab. Dies ist das Ergebnis der monatlichen Umfrage der US-Investmentbank Merrill Lynch unter 190 Fondsmanagern, die ein Vermögen von 587 Mrd. US-Dollar verwalten.

Aus Sorge über eine weitere Abschwächung des globalen Wirtschaftswachstums haben die Fondsmanager ihren Cash-Anteil im Portfolio im Durchschnitt um ein Fünftel auf knapp fünf Prozent erhöht. Die meisten Investoren gehen ein so geringes Anlagerisiko ein wie seit Herbst 2001 nicht mehr und haben ihren Anlagehorizont deutlich verkürzt. „Risikoaversion und Cash sind so hoch, dass sich die Frage stellt, was das Geld zurück in den Aktienmarkt bringen kann“, kommentiert David Bowers, Berater für Merrill Lynch, das Ergebnis der Umfrage, die als Stimmungsbarometer in der Branche gilt.

Als Gründe für die Zurückhaltung nennt Merrill Lynch den extremen Konjunktur-Pessimismus der Vermögensverwalter. Zwei Drittel der Fondsmanager erwarten inzwischen, dass sich das weltweite Wachstum in diesem Jahr weiter abschwächt. Mehr als ein Viertel fürchtet eine globale Rezession; im Januar glaubte dies nicht einmal ein Fünftel. 80 Prozent erwarten, dass sich die Prognosen für Firmengewinne 2008 verschlechtern werden. Aktuell haben sich daher 30 Prozent der Fondsmanager gegen Kursverluste in den nächsten drei Monaten abgesichert.

Trotz aller Risikoscheu hält bereits knapp die Hälfte der Investoren Aktien bereits wieder für günstig bewertet. Vor drei Monaten glaubte dies gerade mal ein Viertel. Dennoch haben inzwischen 40 Prozent der Vermögensverwalter Aktien im Portfolio untergewichtet. Nach Regionen sind US-Aktien wieder vergleichsweise beliebt, vor allem wegen des als unterbewertet geltenden Dollars. Anleihen gelten weiterhin als teuer.

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