Milliarden-Anlage
Geld-Zurück-Garantie gefragt

Garantieprodukte haben in den vergangenen beiden Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. Per 31. August 2007 wurde in 135 Garantiefonds ein Vermögen von über 19 Milliarden Euro verwaltet. Der Anteil der Garantiezertifikate am gesamten Zertifikatemarkt liegt mit einem Volumen von rund 30 Milliarden Euro bei 33 Prozent.

HB MÜNCHEN. Gründe dafür können neben der allgemein zunehmenden Sorge um die wirtschaftliche Entwicklung auch die schlechten Erfahrungen in der Baisse nach dem Aktienboomjahr 2000 sein. Zudem haben Banken aus Ertragsgesichtspunkten ein großes Interesse an der Platzierung dieser Produkte. Aber auch beim Thema Altersvorsorge spielen Fonds eine immer wichtigere Rolle, da sie häufig im Rahmen von so genannten Lebenszyklusmodellen eingesetzt und mit verschiedenen Laufzeiten angeboten werden.

Grundsätzlich erkauft sich der Anleger das Sicherheitsversprechen gegen Kursverluste mit einer verminderten Partizipation an Kurssteigerungen. Selbst wenn durch die Hebelwirkung von Optionsscheinen überproportionale Erträge erwirtschaftet werden, kann nach Umlage auf das gesamte Fondskapital die Gesamtrendite im Regelfall nicht mit der reiner Aktienfonds mithalten.

Mit Garantieprodukten werden daher sicherheitsorientierte Anleger angesprochen, die bei vollem Kapitalschutz in den Aktienmarkt investieren möchten. Gerade über einen längeren Zeitraum gleichen sich jedoch Schwankungen an den Aktienmärkten tendenziell aus, sodass ein Anleger eventuelle Kursverluste „aussitzen“ kann. Wenn überhaupt, eignen sich Garantiefonds daher für kurz- und mittelfristig motivierte Anleger, die Verlustrisiken eingrenzen möchten und dafür bereit sind, Abstriche bei der Rendite sowie höhere Kosten in Kauf zu nehmen.

Zertifikate stellen im rechtlichen Sinne Schuldscheine dar. Die Ereignisse um die Subprime-Krise und deren Auswirkungen insbesondere auf die europäische Finanzszene haben eindrucksvoll gezeigt, wie schnell ein theoretisches Ausfallrisiko zur Realität werden kann. Einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf das zukünftige Absatzpotenzial der Produkte wird die Finanzdienstleistungsrichtlinie Mifid haben, die seit dem 1. November auch für den deutschen Finanzmarkt gilt. So müssen Finanzdienstleister zukünftig die Höhe der Vermittlungs- und Bestandsprovisionen offen legen, was den Anlegern die Augen öffnen wird.

Dagegen dürften Garantieprodukte von der neuen Besteuerungslage profitieren. Derzeit zählen sie steuerlich zu den Finanzinnovationen. Gewinne unterliegen deshalb dem persönlichen Einkommensteuersatz und das auch noch nach einem Jahr. Mit der Einführung der Abgeltungsteuer ab dem Jahr 2009 müssen die Besitzer dann aber nur noch 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer bezahlen.

Rüdiger Sälzle ist Vorstand der FondsConsult Research AG.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%