Bigbank, Sberbank, Deniz Bank: Festgeld für Centfuchser

Mini-Zinsen bei Online-Vermittlern
Festgeld für Centfuchser

Wer in der Nullzinswelt Erträge mit Festgeld erzielen will, muss gewisse Risiken akzeptieren. Über Online-Vermittler gibt es meist ein bisschen höhere Zinsen. Doch Verbraucherschützer raten ab.
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FrankfurtGroße Ansprüche darf nicht stellen, wer sein Geld aufs Konto legt. Wenn Sparer ihr Kapital partout fernab der Schwankungen der Kapitalmärkte für eine absehbare Zeit parken wollen, können sie ihr Kapital nur noch bei wenigen Anbietern erhalten und noch einen Mini-Ertrag verbuchen. Und dafür müssen sie auch noch bestimmte Risiken eingehen. „Sparer müssen abwägen“, erklärt Sigrid Herbst von der Frankfurter FMH-Finanzberatung, die regelmäßig Zinskonditionen von Kreditinstituten beobachtet. Es gebe noch erkennbare Zinsen für Festgeld etwa über ein oder auch drei Jahre, aber eben nahezu nicht mehr bei der Sparkasse oder der Volksbank um die Ecke (siehe Tabellen).

Für Festgeld über zwölf Monate gibt es in der Spitze 1,1 Prozent Zinsen. Die estnische Bigbank zahlt nach der Übersicht von FMH aktuell den höchsten Zins. Es folgen drei weitere Banken – die schwedische Klarna-Bank, die Töchter der russischen Sberbank in Österreich Deniz Bank und Sberbank Direct – mit einem Prozent für Jahresfestgeld.

Mit solchen Angeboten können Sparer ihr Kapital real, also nach Inflation und Steuern, gerade erhalten. Die Teuerungsrate für Deutschland betrug zuletzt 0,4 Prozent. In der Regel gelingt das aber nicht mehr mit Jahresfestgeld: Nach Berechnungen von FMH bekommen Sparer im Durchschnitt nur noch 0,27 Prozent im Jahr für 12-Monatsfestgeld – so wenig Zinsen gab es noch nie.

Allerdings müssen Anleger, wenn sie den Banken mit diesen Spitzenzinsen ihr Geld anvertrauen, mit einem begrenzten Einlagenschutz leben. Bei den Banken sind jeweils 100.000 Euro pro Sparer nach dem gesetzlichen EU-Einlagenschutz abgesichert. Und im Fall einer Pleite eines solchen Geldhauses müssten die Sparer ihr Recht im Land der Bank einklagen. Das kostet Mühe und kann dauern.

Daher müssten Sparer überlegen, ob sie dieses Risiko tragen wollten, meint Herbst. Verbraucherschützer wie Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg raten davon ab. Denn Geld, das Sparer auf Konten parken, sei in den meisten Fällen eben kein Spekulationskapital, sondern Reserven, die für Notsituationen zurückgelegt oder zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigt würden. Auch Herbst von FMH räumt ein: Den einzigen Notgroschen sollten Sparer vielleicht nicht gerade in einem Land anlegen, in dem es aufwändig sein dürfte, ihr Recht einzuklagen.

Kommentare zu " Mini-Zinsen bei Online-Vermittlern: Festgeld für Centfuchser"

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  • MINI-ZINSEN BEI ONLINE-VERMITTLERN
    Festgeld für Centfuchser
    von:
    Anke Rezmer
    Datum:
    14.09.2016 14:28 Uhr
    Wer in der Nullzinswelt Erträge mit Festgeld erzielen will, muss gewisse Risiken akzeptieren. Über Online-Vermittler gibt es meist ein bisschen höhere Zinsen. Doch Verbraucherschützer raten ab.

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    Ich kannte auch einer der hatte sich Geld von LAKRA geliehen um sein haus zu kaufen...laut Vertrag sollte das Geld später in eine größere Summe zurück bezahlt werden.

    Dann kam die Banksteuer...und der Mann verteilte das Geld auf seine drei Erwachsene Söhne bis zum Rückzahlungsdatum.

    DOCH eines Tages war nichts da...die Söhne gaben es aus.

    Pfennigfuchser ?


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