Ministerien prüfen Privatisierung ohne Aktienemission
Börsengang der Bahn noch völlig ungewiss

Bei der weiteren Privatisierung der bundeseigenen Deutschen Bahn AG ist zurzeit unklar, ob es überhaupt noch zu einem Börsengang kommen wird. Statt der auch von Unternehmenschef Hartmut Mehdorn favorisierten Bahn- Aktie – vergleichbar den Papieren der Post und der Telekom – diskutieren das Bundesfinanz- und das Bundesverkehrsministerium Alternativen zu einem Börsengang.

DÜSSELDORF. Nach Informationen des Handelsblatts aus Regierungskreisen liegt der Vorschlag auf dem Tisch, lediglich strategischen Investoren die Möglichkeit einzuräumen, sich an dem Bahnkonzern zu beteiligen.

Ein Grundsatzbeschluss der Bundesregierung für oder gegen einen Börsengang sei frühestens im November dieses Jahres zu erwarten, hieß es in den Kreisen. Nach weiteren Prüfungen werde dann ein Realisierungsbeschluss folgen. Insgesamt werde sich die Regierung nicht unter Zeitdruck setzen lassen. Offenbar stimmen Politik und Bahn darin überein, die weitere Privatisierung des Konzerns aus dem nächsten Bundestagswahlkampf im Jahr 2006 herauszuhalten. Denkbar sei auch, die Privatisierung abzublasen oder zu verschieben, falls die Sanierung der Bahn nicht wie geplant bis 2005 erfolgreich beendet werden kann oder die Situation am Kapitalmarkt ungünstig ist.

Die Bundesregierung will in diesem Monat eine Vorentscheidung treffen, welche Investmentbank oder Wirtschaftsprüfungsgesellschaft die weitere Bahn-Privatisierung begleiten soll. Im Juli hatte das Bundesfinanzministerium EU-weit einen Beratungsauftrag ausgeschrieben, auf den fast zwei Dutzend Bewerbungen eingegangen sein sollen.

Derzeit diskutieren die Ministerien über ein Privatisierungsgesetz, das die direkten Abhängigkeiten des Bahnkonzerns vom Bund lockern soll. Die grundgesetzlich verankerte Finanzverantwortung des Bundes für das Schienennetz soll aber erhalten bleiben.

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