Mischfonds
Defensiv durch die Krise

Vermögensverwalter von Mischfonds stemmen sich gegen den Abwärtstrend. Interessierte Anleger sollten sich aber genau informieren über die Strategien der Manager, die das Portfolio gerne regelmäßig komplett umkrempeln. Im Rampenlicht steht der Franzose Carmignac, der mit seinem Fonds das Jahr 2008 ohne Verlust abgeschlossen hat.

FRANKFURT. Erfolgreiche Vermögensverwalter sind in der Krise Mangelware. Mit unterschiedlichen Konzepten ragen Verwalter wie Edouard Carmignac, Martin Mack und Herwig Weise sowie Olaf-Johannes Eick seit Jahren heraus aus der Masse der Manager von Fonds mit Aktien und Anleihen. Interessierte sollten sich aber genau über die Strategien informieren, denn Manager krempeln ihre Portfolios regelmäßig komplett um. Die Fonds eignen sich für langfristig orientierte Anleger, die die Aufteilung des Depots einem Profi überlassen wollen und Aktienrisiken nicht scheuen.

"Alle drei Fondsmanager agieren pointiert und frei, halten sich nicht an Gewichtungen von Benchmarks", sagt Detlef Glow, Leiter Fondsanalyse beim Fondsratinghaus Lipper. Aber sie hätten völlig unterschiedliche Stile. Am stärksten im Rampenlicht steht derzeit der Franzose Carmignac, der mit seinem Fonds Carmignac Patrimoine das Jahr 2008 ohne Verlust abschloss. Sowohl im Drei- als auch Fünf-Jahresvergleich steht der Patrimoine oben in der Rangliste der Mischfonds. "An dem Fonds gibt kaum etwas auszusetzen", urteilt Andre Härtel, Fondsanalyst bei Feri, und vergibt das Spitzenrating "A". Analysehäuser wie Morningstar erteilen ein Top-Rating wegen guter Renditen und relativ geringer Wertschwankungen von gut sieben Prozent im Jahr.

Carmignac setzt stark auf Schwellenländer- und Rohstoff-Aktien, fährt aber mitunter die Liquiditätsquote hoch, aktuell auf knapp 29 Prozent. Ein gutes Fünftel des Kapitals steckt in Aktien (Grafik). Konjunkturabhängige Titel mag er nicht, denn "die Krise ist noch nicht vorbei", sagt Chef-Stratege Eric Le Coz. Er hält daher defensive Aktien aus den Kategorien Güter des täglichen Bedarfs, Pharma und Gold. Staatsanleihen hat Carmignac reduziert, inflationsgeschützte US-Bonds und Firmenanleihen aufgebaut. "Der Fonds ist keine Blackbox wie viele Mischfonds, bei denen man nie weiß, ob der Fondsmanager gerade auf Aktien oder Anleihen setzt", sagt Fondsanalyst Härtel. Die Hälfte des Kapitals wird als Sicherheitspuffer stets in Anleihen investiert.

Wermutstropfen ist außer der Abhängigkeit des Erfolgs von der Person Carmignacs das rasche Wachstum des Fondsvolumens, das sich in zwei Jahren auf zehn Mrd. Euro verfünffacht hat. Es bleibe abzuwarten, ob der Fonds noch schnell genug reagiert und sich weiter so stark abhebt, sagt Härtel. Carmignac-Stratege Le Coz hält das Fondsuniversum für groß genug: "Wir kaufen aber etwas weniger kleinere Aktien."

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