Mit systematischer, computergestützter Aktienselektion lassen sich die Indizes schlagen: Zahlenkolonnen bringen hohe Renditen

Mit systematischer, computergestützter Aktienselektion lassen sich die Indizes schlagen
Zahlenkolonnen bringen hohe Renditen

Seit sich die wichtigsten internationalen Börsenindizes in relativ engen Spannen bewegen, finden so genannte „quantitative“ Anlagemodelle immer mehr Aufmerksamkeit. Diese sind Auswahlsysteme, die computerunterstützt Tausende von Aktien durchsuchen, um aussichtsreiche Titel zu finden.

DÜSSELDORF. Fondsmanagern, die solche Methoden konsequent einsetzen, gelingt es immer wieder, die Börsenindizes zu schlagen und in den Bestenlisten aufzutauchen.

Vorbei sind die Zeiten, in denen Investment-Entscheidungen vor allem aus dem Bauch heraus getroffen wurden. „Mit der aktiven und systematischen Auswahl von Aktien kann man auch bei einer schlechten Börse das Schlimmste verhindern“, sagt Vermögensverwalter Wolfgang Mayr, der mit seinem WM-Aktien Global UI Fonds von 1998 bis 2003 den Leitindex MSCI World kontinuierlich geschlagen hat. Ein selbst entwickeltes Modell siebt ständig aus 2 500 internationalen Titeln die besten 26 aus – zuerst nach historischer Kursentwicklung, dann nach Fundamentaldaten.

Quantitative Methoden können wert- oder wachstumsorientierte Ansätze verwenden. Sie beinhalten jedoch stets eine systematische Prüfung Tausender Aktien nach festen Kriterien. Subjektive Faktoren wie etwa der Eindruck, den der Vorstand einer Firma hinterlässt, bleiben außen vor. Unter den größeren Fondsfamilien hat die Axa-Rosenberg-Fondsgruppe sich mit der Methode in kurzer Zeit Spitzennoten der Ratingagenturen erworben. Bei den unabhängigen Fondsverwaltern tauchen in der Bestenliste neben Mayr regelmäßig auch weitere konsequent quantitativ arbeitende Investoren wie Frank Lingohr von Lingohr & Partner oder Tobias Klein, Manager des Europa-Aktienfonds Ulm FP auf. Klein hat mit einem System, das günstig bewertete Aktien sucht, die gleichzeitig stark wachsen, im vergangenen Jahr eine Rendite von 19 Prozent erzielt.

„Unsere Methode zwingt zu äußerster Anlagedisziplin“, sagt Portfoliomanager Armin Gudat von Axa Rosenberg. Die Fondsgruppe, die das Vertriebssystem des Versicherers Axa mit der ausgeklügelten quantitativen Investmentmethode des legendären US-Investors Barra Rosenberg verbindet, verzeichnete 2004 in Deutschland einen kräftigen Mittelzufluss, während Aktienfonds generell hier Abflüsse hinnehmen mussten. Der Europa-Fonds der Gruppe erzielte im Vorjahr 13 Prozent Rendite, die asiatischen Fonds brachten es bis auf 30 Prozent. Aus weltweit 17 500 Aktien wählt der Computer bei Rosenberg nach 200 Bilanzkennzahlen die besten Titel aus. Gleichgewichtig fließen die Gewinnprognosen für jeden Wert mit in den Entscheidungsprozess. „Wir glauben, dass die Märkte nicht ganz effizient sind“, sagt Gudat, „daraus ziehen wir dann einen Vorteil.“

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