Mittelstand bietet Investmentmöglichkeiten
Citigroup will stärker in Deutschland anlegen

Für die Citigroup ist Deutschland ein sehr interessanter Standort für alternative Investments. Ungeachtet der gedrückten Stimmung in der hiesigen Wirtschaft sieht die Bank gute Chancen in Alternativ-Investmentbereichen wie Immobilien, Private Equity und Hedge-Fonds.

FRANKFURT/M. Mit einem verwalteten Vermögen von 41 Mrd. US-Dollar – davon rund 30 Prozent eigenen Geldes – zählt Citigroup Alternative Investments zu den großen Vertretern dieser noch jungen Branche.

„Entgegen der herrschenden Meinung sehen wir die Einstiegspreise am deutschen Immobilienmarkt als sehr niedrig“, sagt der das Europa-Immobiliengeschäft für die Bank leitende Roger Orf. Nicht zuletzt wegen der hohen Leerstandsraten hatten sich deutsche Immobilien-Experten zuletzt eher negativ zu den Chancen des Marktes geäußert. Gute Entwicklungsmöglichkeiten sieht die Bank auch bei den anderen dem Bereich Alternativ-Investments zuzuordnenden Sektoren Private Equity und Hedge-Fonds. Ähnlich positiv zu den Aussichten alternativer Finanzierungs- und Anlageformen in Deutschland äußert sich UBS-Vorstand Wolfgang Stolz, der demnächst mit angelsächsischen Partnern eine auf diesen Bereich fokussierte Finanzinstitut gründen will, um die im Mittelstand bestehenden Chancen nutzen zu können.

Deutsche Immobilien seien derzeit mit einem deutlichen Abschlag zum fairen Wert zu haben, sagt Orf. Dies gelte nicht nur hinsichtlich der Wiederbeschaffungskosten der Immobilien, sondern auch im Vergleich mit anderen EU-Ländern wie Frankreich, Großbritannien und Spanien. Die Citigroup stelle ihre eigenen Investitionsentscheidungen nicht darauf ab, ob sich der Gesetzgeber zur Entscheidung der Einführung von Real Estate Investments Trusts (Reit) entschließen werde. „Wir würden das jedoch begrüßen“, sagt Orf. Er verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass sich Reits in den USA in der Immobilienkrise der 90er Jahre als „Retter des Marktes“ erwiesen hätten, weil sie sich über die Börse Kapital für den Immobilienkauf beschaffen konnten.

„Wir werden in Deutschland mehr Private-Equity-Transaktionen sehen“, sagt John R. Barber, geschäftsführender Partner von Citigroup Private Equity. Die Branche werde in Deutschland verstärkt auch in die Privatisierung von Staatsfirmen investieren. Ungeachtet des recht schwierigen Starts des Hedge-Fonds-Geschäfts in Deutschland rechnet Philip Anker von Citigroup in nächster Zeit mit einer Belebung des Geschäfts. Dies ist eine Einschätzung, die auch der Bundesverband Alternativ-Investments teilt. Die Citigroup werde über im Jahr 2004 gegründete Hedge-Fonds-Tochter Tribeca auch den deutschen Markt in Angriff nehmen. Das von Tribeca in Hedge-Fonds weltweit verwaltete Volumen soll von etwa eine Mrd. Dollar innerhalb von 36 Monaten auf bis zu 20 Mrd. Dollar erhöht werden, sagt deren Vorstandschefin Tanya Styblo Beder. Wie hoch der deutsche Anteil sein soll, sagte sie indes nicht. Alternativ-Investments sollen traditionelle Anlageformen wie Aktien und Anleihen ergänzen und das Portfolio-Risiko reduzieren.

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