Monatliche Umfrage
Anleger pflegen ihren Aktienpessimismus

Deutschlands Anleger halten sich mit neuen Aktienengagements zurück. Obwohl die Unternehmen so viel wie noch nie verdienen, investiert die Mehrheit von 1 000 repräsentativ befragten Anlegern gar nicht oder nur sehr vorsichtig in Aktien. Das ist das Ergebnis der monatlichen Anlegerumfrage des Handelsblatts und der Bank Trinkaus & Burkhardt. Sie wird erhoben vom Meinungsforschungsinstitut AMR.

Dabei sind die Gewinnaussichten günstig. Die 500 größten börsennotierten Unternehmen in den USA werden nach Berechnungen des Finanzdatendienstes Thomson Financial auch in diesem Quartal ihre Gewinne um mindestens zwölf Prozent steigern. Bei Thomson laufen die Prognosen aller großen Banken und der Firmen selbst zusammen. Auch in Europa weist der Trend nach Angaben der Datendienste JCF und Ibes mit einem Gewinnwachstum von mindestens sieben Prozent für das laufende Jahr nach oben.

Obwohl die europäischen Börsen trotz der Rekordgewinne in Europa und den USA nur halb so hoch wie vor fünf Jahren notieren, bewerten Anleger Aktien noch lange nicht als preiswert. Vielmehr sind 39 Prozent der Befragten der Ansicht, dass Aktien früher zu teuer waren und heute angemessen bewertet sind.

Weitere 40 Prozent glauben, dass Aktien nach wie vor zu hoch bewertet sind. Vor allem über 60-jährige Anleger halten Aktien gegenwärtig für überteuert. Im März 2000 war der Dax auf über 8 000 Punkte gestiegen. Damals verdienten europäische Unternehmen 20 Prozent und amerikanische sogar 25 Prozent weniger als in diesem Jahr. Die 30 Dax-Firmen waren vor fünf Jahren durchschnittlich mit dem 30fachen ihres erwarteten Gewinns bewertet. Aktuell liegt der Wert bei elf. Das historische Mittel der letzten 40 Jahre beträgt knapp 14. Daran gemessen, waren Aktien im Jahr 2000 mehr als 50 Prozent überbewertet, heute jedoch sind sie 20 Prozent unterbewertet.

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