Mr. Dax
„Im Moment ist mir das Risiko definitiv zu hoch“

Als Finanzexperte ist er bekannt. Als begeisterter Hobby-Archäologe noch nicht: Dirk Müller über eine vergrabene Burg, die Vorteile des Dorflebens – und warum Anleger die Geschichte kennen sollten.
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Dirk Müller einmal anders – nicht im Anzug und nicht an der Frankfurter Börse. Mit ihm ist Geschichte alles andere als langweilig und schnell wird klar, dass auch Anleger mit Wissen über die Vergangenheit profitieren können. Wie sie an der Börse Schnäppchen machen, warum Absicherung aktuell wichtig ist und welche Folgen die „Mutter aller Blasen“ haben könnte.

Herr Müller, als Börsenhändler, Buchautor und Mr. Dax sind Sie bekannt. Nun stehen Sie plötzlich in einer Erdgrube. Sind Sie unter die Goldgräber gegangen?

Auch das würde sicherlich Spaß machen, aber nein, hier geht es um archäologische Ausgrabungen. Das ist meine Heimatgemeinde und wir haben hier die Grundfesten einer Burg aus dem Mittelalter gefunden – und noch viel mehr, von der Steinzeit bis ins Mittelalter und bis zum Kurfürsten haben wir hier vieles entdeckt und sind dabei, die Geschichte unserer Region auszugraben.

Was genau haben Sie schon gefunden?
Besonders beeindruckend sind natürlich die Mauern der einstigen Burg Wersau. Daneben haben wir schon Werkzeuge, Münzen und über 80.000 Tonscherben gefunden, nicht zu vergessen das Holzteil einer Armbrust.

Wieso fasziniert Sie dieser Ort so sehr?
Die Geschichte der Menschen dieser Region hat sich hier abgespielt. Immer wieder haben die Generationen aufeinander aufgebaut. Er zeigt außerdem, wie sich das Verhältnis zwischen zwei Völkern wandeln kann: Um 1700 haben die Franzosen die Burg niedergebrannt. Heute treffen wir uns hier mit Vertretern unserer französischen Partnergemeinde und trinken gemeinsam Wein.

Warum ist Geschichte so wichtig?
Nur wer die Geschichte kennt, der versteht die Gegenwart. Deshalb ist Geschichte für mich so wichtig. Auch an der Börse kann man aus der Vergangenheit unheimlich viel lernen. Im 17. Jahrhundert hatten wir in Amsterdam den ersten großen Börsenkrach, die Panik der Tulpenblüte, das war ein riesiger Hype wie zu Zeiten des neuen Marktes, nur eben schon Jahrhunderte her. Das wiederholt sich alle paar Jahrzehnte und aus dieser Geschichte kann man lernen.

Also sollten Anleger zuerst die Geschichte studieren und dann an der Börse handeln?
Sie sollten immer schauen, was gab’s früher schon mal, denn die Mechanismen und Naturgesetze der Wirtschaft gelten zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte. Wir glauben zwar, das Rad neu zu erfinden, aber es ist immer das gleiche, nur mit anderen Radkappen drauf. Wer die Geschichte und die Mechanismen kennt, der kann aktuelle Ereignisse besser einordnen und in der heutigen Welt einen kühlen Kopf bewahren.

Woran denken Sie dabei?
Etwa die Probleme, die durch zu große Macht der Banken entstehen. Da muss man nur zurückgehen in die Jahre 1929/1930. Für den Börsencrash damals war auch die Übermacht der Banken verantwortlich. In der Folge wurde die Macht der Banken massiv beschnitten und das hatte bis in die 1980-er Jahre Bestand, aber dann hat man die Geschichte vergessen und gedacht, das passiert nicht mehr und hat genau das Gleiche aufgebaut. Doch nun sind wir wieder an dem Punkt, dass die Macht beschränkt werden muss.

Kommentare zu " Mr. Dax: „Im Moment ist mir das Risiko definitiv zu hoch“"

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  • Immerhin scheint es Mister Dax gut zu gehen, was mich freut! Er wird immer runder....:-)

  • "...Probleme, die durch zu große Macht der Banken entstehen"

    Mr. Dax und alle Politikschauspieler trauen sich nicht öffentlich das Grundproblem nämlich das "Geldmonopol" der int. Bankster in Frage zu stellen.

    Keiner möchte enden wie J. F. Kennedy!

    Präsident Kennedy unterzeichnete am 4. Juni 1963 ein präsidiales Dokument die"executive order number 11110". ( Sein Todesurteil )

    Dieser präsidiale Beschluss ermächtigte den Präsidenten der Vereinigten Staaten, die Herstellung von Geld wieder in die Gewalt des Staates zurückzubringen!

    Weg vom Schuldgeld der privaten FED die damit die ganze Welt verschuldet/versklavt!

    Staaten verschulden sich zu 97% bei Banken und Versicherungen!!!( Die Versicherungs AGs gehören auch den int. Bankstern )

    Wieso sprechen die gleichgeschalteten Massenmedien immer von

    "Investoren" und nicht Banken?

    Von "Rendite" und nicht Zinsen?

    Von "Finanzhilfen" und nicht Kredite?

    Von "Schuldenschnitt" und nicht Schuldenerlass?

    Woher haben die Bankster das ganze Geld um es den Staaten zu leihen, wenn sie doch selbst angeblich alle pleite sind bzw. gerettet werden müssen?

    Bankster schaffen ( Was viele nicht wissen ) Geld aus dem nichts ( per Kredit ) und verschulden/versklaven damit die ganze Menschheit!

    Geld entsteht nur über Kredit!!!

    Geld = Schuld

    Jeder Euro/Dollar/Yen der im Umlauf ist, wurde den Staaten, Unternehmen und Menschen nur geliehen, und muss plus Zinsen an die internationalen Bankster zurückgezahlt werden!!

    Privatbanken bzw. deren Eigentümer haben das Geldmonopol!

    Jeder der das nicht versteht, sollte im Internet nach "Schuldgeldsystem" oder "Das Zwangsgeldsystem Mario Fleischmann" suchen.

    Warum erfahren wir in den gleichgeschalteten Massenmedien nie etwas über das Schuldgeldsystem der internationalen Bankster?

    Wer steht hinter den gleichgeschalteten Massenmedien?

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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