Munich Re

Warren Buffett baut in München ab

Warren Buffett glaubt nicht mehr so recht ans Geschäft der Rückversicherer. Die Gesellschaften stünden „in der breite unter Druck“. Wohl auch deshalb verringert der Startinvestor jetzt seine Anteile an Munich Re.
Update: 29.09.2015 - 17:31 Uhr
Buffett trennt sich von Anteilen der Munich Re. Quelle: Reuters
Warren Buffett

Buffett trennt sich von Anteilen der Munich Re.

(Foto: Reuters)

MünchenVor einigen Wochen kam eine Nachricht aus den USA, die so manchen Experten der Rückversicherungsbranche aufhorchen ließ: Ajit Jain, Kronprinz der US-Investorenlegende Warren Buffett und Cousin des Ex-Co-Chefs der Deutschen Bank Anshu Jain, äußerte sich skeptisch zu den Perspektiven des Rückversicherungsgeschäfts. Nun folgen den Worten Taten: Buffett verkauft Munich-Re-Aktien.

Der US-Investor war seit fast genau fünf Jahren größter Einzelaktionär des Dax-Konzerns. Zuletzt hielten von ihm direkt oder indirekt geführte Gesellschaften Aktien in Höhe von rund zwölf Prozent des Grundkapitals. Jetzt wurde der Anteil auf 9,7 Prozent reduziert, wie das deutsche Unternehmen in einem kurzem Statement mitteilte.

Welche Aktien Warren Buffett hasst – und welche er liebt

AXALTA COATING SYSTEMS LTD. REGISTERED SHARES DL 1

WKN
ISIN
BMG0750C1082
Börse
L&S

+1,94 +6,48%
+26,00€
Chart von AXALTA COATING SYSTEMS LTD. REGISTERED SHARES DL 1
Axalta Coating Systems
1 von 42

Neu im Depot

Zum ersten Mal führt Warren Buffett in seinem Depot Anteile an Axalta Coating, einem Beschichtungsspezialisten. Insgesamt 20 Millionen Aktien der Firma mit Sitz in Philadelphia hat er zwischen April und Juni erworben.

Buffetts Anteile: 20 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2015: 100 Prozent

Quelle aller Angaben: 13-F-Pflichtveröffentlichungen bei der US-Börsenaufsicht SEC

NATIONAL OILWELL VARCO INC. REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US6370711011
Börse
L&S

-1,25 -3,92%
+30,96€
Chart von NATIONAL OILWELL VARCO INC. REGISTERED SHARES DL -,01
National Oilwell Varco
2 von 42

Aus dem Portfolio geflogen

Im Laufe des zweiten Quartals 2015 baute Warren Buffett die Position komplett ab. Die Aktie des texanischen Ölkunternehmens hat seit Jahresbeginn mehr als ein Drittel an Wert verloren.

Buffetts Anteile: 0
Veränderung im zweiten Quartal 2015: -100 Prozent

PHILLIPS 66 REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US7185461040
Börse
L&S

+1,53 +1,83%
+85,89€
Chart von PHILLIPS 66 REGISTERED SHARES DL -,01
Phillips 66
3 von 42

Auch von diesem Öl- und Gaskonzern hat sich Warren Buffett im zweiten Quartal komplett getrennt. Im ersten Quartal hatte er noch 7,5 Millionen Aktien des Unternehmens besessen.

Buffetts Anteile: 0
Veränderung im zweiten Quartal 2015: minus 100 Prozent

Erst nach dem Stichtag für diese Übersicht stieg Buffett wieder groß bei Phillips 66 ein.

Charter Communications

WKN
ISIN
Börse

Chart von Charter Communications
Charter Communications
4 von 42

Aufsteiger

Im ersten Quartal des Jahres hatte Warren Buffett seinen Anteil an dem US-amerikanischen Kabelkonzern abgebaut. Doch im zweiten Quartal entschied er sich anders und stockte seine Beteiligung deutlich auf. Charter Communications ist der viertgrößte Kabelbetreiber in den USA. Der Aktienkurs des Konzerns hat in den vergangenen zwölf Monaten um 58 Prozent zugelegt.

Buffetts Anteile: 8.500.000
Veränderung im zweiten Quartal 2015: Die Beteiligung wurde um 42 Prozent aufgestockt und ist etwa 1,5 Milliarden Dollar wert.

VIACOM INC. REG. SHARES CLASS B DL -,001

WKN
ISIN
US92553P2011
Börse
L&S

-0,06 -0,20%
+27,14€
Chart von VIACOM INC. REG. SHARES CLASS B DL -,001
Viacom
5 von 42

Großer Verlierer

Das Vertrauen Warren Buffetts in den US-Medienkonzern sinkt weiter. Der 84-Jährige stieß mehr als 2,5 Millionen Papiere des Unternehmens zwischen April und Juni 2015 ab. Viacom ist ein amerikanischer TV-Konzern, der unter anderem an Kabelgesellschaften wie MTV, aber auch an Filmproduktionsgesellschaften wie Paramount und Dreamworks beteiligt ist.

Buffetts Anteile: 5,65 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2015: Anteil um 32 Prozent verringert

AMERICAN EXPRESS CO. REGISTERED SHARES DL -,20

WKN
ISIN
US0258161092
Börse
L&S

-1,41 -1,75%
+79,63€
Chart von AMERICAN EXPRESS CO. REGISTERED SHARES DL -,20
American Express
6 von 42

Die vier wichtigsten Titel (1/4)

Fast 60 Prozent des Aktienwerts in Warren Buffetts Portfolio geht auf vier Einzeltitel zurück. Dazu zählt der Kreditkartenanbieter American Express.

Buffetts Anteile: mehr als 151 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2015: unverändert

COCA-COLA CO., THE REGISTERED SHARES DL -,25

WKN
ISIN
US1912161007
Börse
L&S

+0,26 +0,67%
+38,56€
Chart von COCA-COLA CO., THE REGISTERED SHARES DL -,25
Coca Cola
7 von 42

Die vier wichtigsten Titel (2/4)

Der bekennende Limonaden-Trinker Buffett hält auch im zweiten Quartal 2015 an seinen Coca-Cola-Aktien fest. Der Investor hat insgesamt 400 Millionen Papiere in seinem Portfolio, damit gehören ihm fast zehn Prozent der gesamten Anteile an dem Konzern.

Buffetts Anteile: 400 Millionen
Veränderung im ersten Quartal 2015: unverändert

Die begleitenden Worte von Munich-Re-Finanzchef Jörg Schneider klingen schon wie ein Abschied: „Wir freuen uns, dass Warren Buffett uns viele Jahre als bedeutender Anleger begleitet hat“, lässt Schneider sich zitieren. „In der 135-jährigen Geschichte unseres Unternehmens haben wir viele Veränderungen unserer Aktionärsstruktur erlebt“. Man werde „auch zukünftig darauf achten, dass unser Aktionärskreis breit über Länder und verschiedene Anlegergruppen gestreut bleibt“.

Hintergrund für die Entscheidung von Buffett dürften die schlechten Perspektiven für das Rückversicherungsgeschäft sein. Denn wegen der niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt mischen seit einiger Zeit auch institutionelle Investoren wie Hedgefonds oder Pensionsfonds im Rückversicherungsgeschäft mit. Sie sorgen für ein größeres Angebot und damit einen stärkeren Konkurrenzkampf. Die Branche verdient zwar nach wie vor gut: Auf eine Eigenkapitalrendite von acht bis zehn Prozent dürften die Rückversicherer kommen. 2014 waren es aber noch zwölf Prozent. Die Fettpolster der Unternehmen schmelzen.

Für drastische Entscheidungen bekannt
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