Musterdepot
Der chinesische Drache keucht

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Chance verpasst

Chance verpasst: Im Mai hatte ich mehrere Anlageprodukte auf meine Beobachtungsliste gesetzt, die von einer Abwertung des Euro profitieren. Damals kostet die Gemeinschaftswährung knapp 1,39 US-Dollar. Bei einem Sprung über die 1,40er-Marke hätte ich gehandelt und etwa in einen speziellen Indexfonds investiert. Doch ich habe zu lange gezögert. Noch früher als gedacht hat der Euro gedreht, verliert seitdem immer stärker an Wert und droht jetzt sogar unter 1,32 Dollar zu sinken.

Auf Wochensicht hat die Währung den höchsten Verlusten in drei Monaten verbucht und dazu den insgesamt sechsten Wochenverlust in Folge. Hauptgrund für die Talfahrt: Immer wahrscheinlicher wird ein zukünftiges Auseinanderdriften der Notenbankpolitik im Euroraum und in den USA. Während hierzulande die Zeichen auf noch billigeres Geld stehen, steuert die US-Notenbank auf ein Auslaufen ihrer Liquiditätsflut.

Trotzdem bleibt der Indexfonds (WKN: ETF101) eine Option für mein Depot: Für den Fall, dass sich der Euro vorübergehend noch einmal deutlicher von den bisherigen Verluste erholt – und sich somit wieder chancenreichere Einstiegkurse ergeben. Damit würde ich mir eine Art kostengünstiges Fremdwährungskonto ins Depot holen – also eins zu eins von einem erneuten Wertverlust der europäischen Gemeinschaftswährung gegenüber dem Greenback profitieren. Ohne Hebel und ohne komplizierte Auszahlungsmechanismen.

Die Wertentwicklung des ETF verläuft praktisch spiegelbildlich zum Euro/Dollar-Wechselkurs. Denn der Fonds bildet eine täglich rollierende Einlage zum Geldmarktreferenzzinssatz in den USA ab – und der liegt bei praktisch null. Wertänderungen des Fonds im Depot entstehen hier also rein durch den Währungseffekt.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

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