Musterdepots
Alle Blicke auf die griechischen Banken!

Was beim Tauziehen zwischen der griechischen Regierung und den Geldgebern außer Acht gelassen wird, sind die hellenischen Banken. Eine Einigung müsse auch den Athener Finanzsektor beinhalten, findet Daniel Hupfer.
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Während Griechenland und die Institutionen (ehemals: Troika) weiter um eine Lösung im Schuldenstreit ringen, spitzt sich die Situation bei den griechischen Banken weiter zu. Bereits seit dem 11. Februar können griechische Staatsanleihen nicht mehr bei der Europäischen Zentralbank als Sicherheit hinterlegt werden, so dass die griechischen Geschäftsbanken auf Notkredite ihrer Zentralbank angewiesen sind. Diese sind jedoch teurer als die reguläre Finanzierung über die EZB, was die Gewinne der Institute belastet.

Zudem lag der Anteil an notleidenden Krediten in Griechenland bereits im dritten Quartal 2014 bei rund 34 Prozent aller Kredite, neuere Zahlen zeigen, dass sich die Situation zuletzt nicht verbessert hat. Und vor dem Hintergrund der Diskussion um einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone und der möglichen Einführung von Kapitalverkehrskontrollen gehen immer mehr Griechen auf Nummer sicher und ziehen ihre Einlagen bei den heimischen Banken ab.

Allein im April wurden Agenturberichten zufolge fünf Milliarden Euro von Konten abgehoben, in den drei Monaten zuvor sind unseren Berechnungen nach 21,7 Milliarden Euro abgeflossen. Dieser Negativ-Trend bei den Einlagen ist allerdings nicht neu, er hat sich aber seit der Wahl der neuen Regierung in Athen massiv verstärkt. Sollten sich Griechenland und die Institutionen auf weitere Hilfszahlungen einigen, dann müsste ein mittelfristig sinnvoller Plan unseres Erachtens auch die Rekapitalisierung des Bankensektors umfassen, die die Kosten der Rettungsaktion nochmals in die Höhe treiben wird.

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