Musterdepots: Anleger sollten nicht zu optimistisch sein

Musterdepots
Anleger sollten nicht zu optimistisch sein

Nachhaltiger Gewinnschub für die US-Konzerne? Depotstratege Georgios Kokologiannis ist skeptisch. Sönke Niefünd würde derweil eine Kurskorrektur bei Siemens zum Einstieg nutzen. Die Musterdepots.
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Aktien an der Wall Street sind zwar im Verhältnis zu der bisherigen Geschäftsentwicklung der US-Unternehmen extrem teuer. Doch wegen einer sich abzeichnenden deutlichen Aufwärtswende bei den Firmengewinnen wird sich die Überbewertung mit der Zeit wieder normalisieren. So in etwa lautet die Argumentation der meisten Optimisten an der weltweit richtungsweisenden Börse.

Doch das dürfte sich als Wunschdenken herausstellen: Neusten Daten zufolge ist Die US-Wirtschaft im vierten Quartal 2016 zu dem schwachen Wachstum zurückgekehrt, das seit dem Ende der Rezession Mitte 2009 die meiste Zeit zu beobachten war. Zudem ist der Auftragseingang bei Investitionsgütern im Dezember überraschend gesunken. Woher der erhoffte nachhaltige Gewinnschub in den Bilanzen kommen soll, bleibt mir schleierhaft.

Wie das Handelsministerium in den USA im Rahmen einer ersten Veröffentlichung mitteilte, kletterte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen Oktober und Dezember auf das Jahr hochgerechnet nur um 1,9 Prozent – deutlich geringer als Volkswirte mit 2,2 Prozent erwartet hatten. Im dritten Quartal war das BIP noch um 3,5 Prozent gewachsen. Laut Daten des Informationsdienstes Reuters bleibt die mittlere Wachstumsrate der Konjunkturerholung damit auf dem niedrigsten Niveau seit mindestens 1949.

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  • Sehr geehrter Herr Kokologiannis,

    an der Börse gibt es stets viele Argumente Pro und Kontra. Nehmen Sie beispielhaft ihre eigene sehr skeptische Einschätzung des US-Wirtschaftsaufschwungs. Aber in einem der vorherigen Artikel berichteten Sie über eine "Kaufwut" an den US-Börsen. Zusammen genommen bedeutet dies, die Leute schätzen die Perspektiven völlig falsch ein.

    Was zählt nun? Ihre vielleicht richtigen Argumente? Oder die vielleicht falschen Kaufentscheidungen Hunderttausender? Also der Anleger interessiert sich für Kurse. Für ihn zählen nur die künftigen Kaufentscheidungen. Diese einzuschätzen ist Aufgabe von Charttechnikern. Vielleicht lesen Sie in Ihrem Blatt einmal den heutigen Artikel "Der DAX steigt auf über 13 000 Punkte". Das ist die einhellige Einschätzung von 4 namhaften befragten Charttechnikern.

    Die Herren haben die Vorstellung, dass sich der Kursaufschwung bis in die Sommermonate hinein fortsetzt und zu einer Übertreibung führt, die auf Dauer gesehen nicht haltbar ist und in der zweiten Jahreshälfte korrigiert wird. Soweit die Charttechniker.

    Denkbar ist natürlich auch, dass die Hoffnungen auf einen US-Wirtschaftsaufschwung sehr rasch an Strahlkraft verlieren. Damit wäre das Ende des Börsenaufschwungs sehr viel früher eingeläutet.

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