Musterdepots
Indexfonds vor der Bewährungsprobe

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Apple erfreut, Cisco bleibt unter Beobachtung

Warren Buffet, Investor-Legende, gibt unserem Portfoliowert Apple weiter Auftrieb. Dem 13-F-Bericht der amerikanischen Börsenaufsicht SEC ist zu entnehmen, welcher Großaktionär Aktien gekauft, welcher verkauft hat. Das Formular 13-F ist ein öffentliches Dokument und kann quartalsweise eingesehen werden.

Buffett hat im vierten Quartal ein großes Paket von Apple-Aktien gekauft. Seine Firma Berkshire Hathaway vervierfachte ihren Anteil am iPhone-Hersteller nahezu. Warren Buffet und wir können uns darüber freuen, dass das Papier in diesem Jahr bereits 16 Prozent zugelegt hat. Wir haben 2,9 Prozent vom Portfolio in Apple-Aktien investiert und können mit der Position seit Kauf im Sommer 2015 einen Gewinn von 12,3 Prozent verbuchen. Buffett hingegen machte in kürzerer Zeit ein Plus von 16 Prozent und erzielte mit seinen 57 Millionen Aktien einen Milliardengewinn. Wir bleiben weiterhin in dieser Position investiert.

Ein weiteres Unternehmen, dessen Aktie das Privatbank-Musterdepot hält, hat Unternehmenszahlen berichtet. Beim US-Netzwerkriesen Cisco Systems sind Gewinn und Umsatz im vergangenen Quartal weiter gesunken. Das Geschäft mit Sicherheitslösungen legte im zweiten Geschäftsquartal um 14 Prozent auf 528 Millionen Dollar zu. Allerdings reichte das nicht aus, um den Rückgang im Traditionsgeschäft mit Routern auszugleichen. Im nach wie vor größten Sektor fielen die Erlöse um fünf Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar. Insgesamt ging der Umsatz bereits das fünfte Quartal in Folge zurück und zwar um drei Prozent auf 11,6 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn betrug mit 2,35 Milliarden Dollar ein Viertel weniger als noch ein Jahr zuvor.

Obwohl die Ergebnisse die Prognosen der Analysten übertrafen, fiel die Aktie nachbörslich um ein Prozent. Denn mit 0,29 US-Dollar je Aktie kündigte Cisco Systems eine etwas niedrigere Quartalsdividende an als am Markt erwartet worden war. Auch der Geschäftsausblick fiel eher verhalten aus - im laufenden Quartal droht dem Konzern zufolge ein weiterer Umsatzrückgang. Cisco stellt Geräte für den Internet- und Datenverkehr her, sogenannte Router und Switches. Die Technik steckt in vielen Firmen-Netzwerken, die Nachfrage schwächelt aber schon länger.

Wir sind mit 3,6 Prozent in Cisco Systems investiert und bleiben erst einmal weiter engagiert. Sollte die Quartalsdividende weiter sinken, würden wir über einen Verkauf nachdenken. Die aktuelle Dividendenrendite liegt auf dem heutigen Kurs bei 2,89 Prozent.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Kommentare zu " Musterdepots: Indexfonds vor der Bewährungsprobe"

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  • Eigentlich sollte man nicht über primitive Selbstverständlichkeiten diskutieren müssen. Ein ETF bildet einen Aktienindex im Verhältnis 1 : 1 ab und hat damit schon per Definition die gleiche Performance wie der Index. Dass im vergangenen Jahr nur jeder zweite "nachhaltige" ETF an Wert gewonnen hat, ist eine Statistik-Ente. Vermutlich erfunden von einem Banker, der lieber seine teuren Fonds verkaufen möchte.

    Über Jahrzehnte hinweg ist hingegen durch zahlreiche Untersuchungen belegt, dass rund 90 % der aktiv gemanagten Fonds die performance ihrer benchmark nicht erreichen. Über längere Zeiträume hinweg, schafft dies wahrscheinlich kein einziger Fondsmanager.

    Doch reden wir einmal über die Phasen einer Baisse. Ein gutes Beispiel ist die sehr lange Phase von Anfang 2000 bis März 2003 (3 1/4 Jahre), in der DAX fast drei Viertel seines Wertes verlor. Jeder Chart ließ auf einen Blick erkennen, dass es mit den Aktienkursen steil bergab ging.

    Dessen ungeachtet haben die aktiv gemanagten Fonds keine Aktien verkauft, sondern ihre Investitionsquote beibehalten. Der Grund dafür liegt auf der Hand. Die Fondsmanager orientieren sich sehr eng an ihrer benchmark und trauen sich nicht, von dieser abzuweichen. Und die nachzubildende benchmark DAX besteht eben zu 100 % aus Aktien.

    Köstlich, wie die Herren Fondsmanager ihre Verhaltensweise nach außen hin rechtfertigen. Sie behaupten, ihre Kunden bezahlen uns nur dafür, dass wir einen Aktienfonds managen. Für Kassenhaltung werden wir nicht bezahlt. Und wenn einzelne Kunden mehr Kassenhaltung wollen, können sie Anteile unseres Fonds verkaufen.

    Noch einmal und noch einmal, verehrter Herr Kokologiannis: Wenn es an der Börse bergab geht, legen die Manager aktiv verwalteter Fonds ihre Hände in den Schoß. Ein Anleger, der sich vor größeren Verlusten schützen will, muß in eigener Regie und eigenhändig Fondsanteile verkaufen. Genau wie bei einem ETF.

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