Musterdepots: Auch Analysten können sich irren

Musterdepots
Auch Analysten können sich irren

Georgios Kokologiannis interpretiert die aktuellen Dax-Prognosen der Banken. Alexander Kovalenko freut sich derweil über zwei französische Aktienwerte und Sönke Niefünd glaubt an Chinas Wachstum.
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9.752 Dax-Punkte: So lautet im Schnitt die Prognose von 23 Banken für den tiefsten Stand, auf den der deutsche Aktienindex bis Ende dieses Jahres mindestens einmal zurückfallen wird. Bezogen auf das aktuelle Kursniveau von knapp 11.600 Zählern entspricht das einem Verlust von zeitweise 16 Prozent, den Anleger demnach in den kommenden Monaten aussitzen werden müssen.

Einzelne Institute rechnen sogar mit einem Sturz auf bis zu 9.000 Punkte. Da aber Analysten aktuellen Erhebungen zufolge seit mindestens 15 Jahren im Schnitt meist zu positive Jahresprognosen veröffentlichen, könnten auch 2017 die Aktienkurse tiefer nach unten ausschlagen, als es sogar die Pessimisten erwarten.

So wie im vergangenen Jahr: Damals brach der Dax im Februar bis auf 8.699 Zähler ein. Damit lag der Index knapp 1.000 Zähler unter dem im Schnitt prognostizierten Tiefstand für 2016. Die Analysten hatten im Mittel erwartet, dass der Dax 2016 zu keinem Zeitpunkt unter 9.710 Stellen sinken würde. Kein einziger hatte einen Rutsch unter 8.700 Stellen für möglich gehalten.

Da das Musterportfolio derzeit vollständig gegen Börseneinbrüche abgesichert ist, würde es selbst solche extremen Marktphasen schadlos überstehen. Mehrere Depotpositionen legen tendenziell an Wert zu, wenn Dax und Euro Stoxx 50 ihren jüngsten Höhenflug beenden und kompensieren damit Verluste anderer Portfoliobestandteile.

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  • @ Depot Georgios Kokologiannis

    Schön, dass Sie sich einmal kritisch mit den Prognosen der Banken beschäftigen. Aber dann gibt es einen Satz, der mich aufhorchen läßt. Die Rede ist davon, dass Anleger möglicherweise einen Verlust von zeitweise 16 % werden aussitzen müssen.

    Dieses "Aussitzen müssen" hängt ab vom Anlagestil. Wer dem Stil von Kostolany folgt (Schlaftabletten nehmen) und an den Märkten alle Geschehnisse nur passiv verfolgt, muß alle Verluste aussitzen.

    Aber mittlerweile haben viele Anleger gelernt, was das tägliche Brot eines Fondsmanagers ist: Bei einem antizyklischen Investitionsverhalten werden Teilverkäufe getätigt, wenn ein Einzelwert oder ein Index sehr gut gelaufen ist. Vielleicht 20 oder 30 % des Depotwertes werden dann fortan in cash gehalten. Kommt es dann im Laufe des Jahres an den Börsen zu einem tieferen Einbruch, ist dies die Zeit für günstige Aktienkäufe.

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