Musterdepots
Börsenwoche in Moll

Drei Manager, drei Konzepte, drei Portfolios: Die Musterdepots zeigen, wie man mit Timing und Strategie den Markt schlagen kann. Das Thema der Strategen ist der steigende Euro-Kurs im Vergleich zum US-Dollar.
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Das Redaktionsdepot: Ulf Sommer, Handelsblatt

So schnell geht es mit Korrekturen am Aktienmarkt: Zwischenzeitlich verlor der deutsche Leitindex am vergangenen Freitag mehr als 250 Punkte. Offenbar belastet der starke Euro die Exportnation Deutschland und sorgt dafür, dass sich vor allem internationale und institutionelle Anleger aus Deutschland vom Dax abwenden. Das ergibt sich aus Umfragen zur aktuellen Börsenstimmung und zu den -erwartungen. Dass sich diese Situation noch in den Sommerferien wieder ins Positive dreht, ist nicht zu erwarten. Zumindest nicht, solange die europäische Gemeinschaftswährung so stark bleibt.

Das Social-Trading-Depot: Alexander Kovalenko, Bayerische Vermögen

Das „Social-Trading“-Musterdepot stellt eine Kombination aus dem Aktienkernportfolio mit aktuell 15 Einzeltiteln und einigen ausgewählten Zertifikaten von der Plattform wikifolio.com dar. Wenn es um die Auswahl einzelner Titel geht, konzentrieren wir uns auf unterbewertete Unternehmen mit einem guten Geschäftsmodell. Bei der Selektion der Wikifolios nehmen wir die Strategien der jeweiligen Wikifolio-Manager unter die Lupe. Unter dem Strich ist unsere Anlagestrategie langfristig ausgerichtet, transaktionsarm und sieht in der Regel eine hohe Investitionsquote vor.

Das Privatbank-Depot: Sönke Niefünd, Otto M. Schröder Bank

Am Ende der Börsenwoche werden die Lieder in Moll gesungen. Durch den starken Euro-Dollar-Wechselkurs ohnehin unter Druck, zeigen sich deutsche Automobilwerte durch einen Bericht über wettbewerbswidrige Absprachen zusätzlich belastet. In diesem Umfeld meldet der französische Automobilzulieferer Valeo aus unserem Musterdepot hervorragende Zahlen und verweist auf das Wachstumspotenzial seines innovativen Portfolios – die Jahresziele werden bestätigt. Trotz deutlichem Tagesverlust am Freitag beschert uns Valeo in 2017 einen Kursgewinn von über 9,5 Prozent.

Die Regeln der Depots

Die Musterdepots veranschaulichen aussichtsreiche Anlagestrategien und geben Anregungen, mit denen Investoren ihre Renditeziele erreichen können. Im Vordergrund steht nicht ein Wettbewerb zwischen den drei Portfolios, sondern vielmehr die Nachvollziehbarkeit und Transparenz der Anlageentscheidungen für den Leser. Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn, am Freitag, dem 31. Januar 2014, wurden mindestens fünf Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, wann sie investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,25 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Kommentare zu " Musterdepots: Börsenwoche in Moll"

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  • Sehr geehrter Herr Dr. Sommer,

    hängt die Schwächephase des DAX tatsächlich mit der Aufwertung des EURO zusammen? "Der Aktionär" hat in seiner online-Ausgabe (www.deraktionaer.tv Beitrag 13) dazu eine Untersuchung veröffentlicht. Sie hat den Titel "Der Euro/Dollar-Einfluß auf den DAX". Untersuchungszeitraum sind die 47 Jahre von 1970 bis 2017. Das Ergebnis: Stärkere Aufwertungen der DM bzw. des EURO haben in den nachfolgenden drei Monaten im Mittel zu einem DAX-Anstieg geführt.. In selteneren Fällen aber auch zu einem DAX-Rückgang. Soweit zur Vergangenheit.

    In der Gegenwart erscheint mir eher die Frage von Interesse, warum seit Jahresbeginn der EURO gegenüber dem Dollar rund 10 % aufgewertet hat. Eine Erklärung dafür habe ich bislang nicht gefunden. Die Geldpolitik diesseits und jenseits des Atlantiks hätte eigentlich eher den Dollar stärken müssen. Die wirtschaftliche Entwicklung auch.

  • Sehr geehrter Herr Dr. Sommer,

    reden wir einmal über das Thema "Erwartungen". Es hat einen großen Unterhaltungswert. Auch ich lasse mich gerne unterhalten und lese jeden Morgen die Ausführungen eines mittelberühmten Charttechnikers.

    Heute hält er es für möglich, dass der DAX bis auf 11 800 Punkte zurückfällt. "Möglich" ist das ganz bestimmt. "Möglich" ist wirklich alles. Und "unwahrscheinlich" sind die 11.800 Punkte auch nicht. Sie würden eine Korrektur um 8,5 % bedeuten, das liegt im Rahmen früherer Erfahrungen.

    Dennoch nützt mir die Prognose überhaupt nichts. Weil ich kein Trader, sondern Anleger bin. Und als Anleger möchte ich unbedingt wissen, was kommt denn eigentlich nach den 11 800 Punkten? Kommen danach neue Allzeithochs? Oder verliert der DAX danach weitere 5 000 Punkte? Quo vadis DAX?

    Auf diese Frage hat natürlich niemand eine Antwort. Wir wissen es schlicht und einfach nicht. Aber sollen wir dennoch täglich darüber diskutieren? Uns unaufhörlich die Köpfe heiß reden? Obwohl wir ganz genau wissen, dass es keine Antwort gibt?

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