Musterdepots
Bundesanleihen schlagen den Dax

Die ewigen Mahner warnen vor einem Investment in Staatsanleihen. Dabei haben Bundesanleihen den Dax um ein Vielfaches geschlagen. Und wenn die EZB anfängt Anleihen zu kaufen, könnte es noch weiter aufwärts gehen.
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Bundesanleihen seien nichts anderes als eine Art „renditeloses Risiko“ lautetet die Einschätzung praktisch aller Anlageprofis vor rund einem Jahr. Und nur wer in Aktien umschichte, werde in den kommenden Monaten sein Geld nach Abzug der Inflation real erhalten. Doch die Realität war rückblickend eine völlig andere.

Erstens gibt es hierzulande von einer beschleunigten Geldentwertung weit und breit keine Spur. Ganz im Gegenteil: Es droht Deflation und die Europäische Zentralbank hat jüngst ihre Inflationsprognose für das kommenden Jahr nahezu halbiert auf 0,7 Prozent. Selbst mit vielen stockkonservativen Festgeldangeboten war der Kapitalerhalt zuletzt überhaupt kein Problem.

Zweitens hat die Wertentwicklung von Bundesanleihen den Dax deutlich abgehängt: Wer Anfang Januar beispielsweise in zehnjährige deutschte Staatspapiere investiert hat, der darf sich inzwischen über Kursgewinne von über 14 Prozent freuen – ein Vielfaches der aktuellen Inflationsrate. Der Aktienindex hat dagegen mit Mühe und Not nicht einmal ein Plus von dreieinhalb Prozent geschafft – zwischenzeitlich waren Dax-Investments sogar um dreizehn Prozent in den tiefroten Bereich eingebrochen.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Experten mit ihren Warnungen vor dem Anleihemarkt Anlegern einen Bärendienst erwiesen haben. Mindestens seit dem Jahr 2010 liegen sie regelmäßig völlig daneben. Ihre Argumentation ist seitdem dieselbe geblieben: Die Renditen der als besonders sicher geltenden (deutschen) Bonds sei wegen der starken Nachfrage auf rekordtiefem Niveau. Es drohten daher Kursverluste, sobald das Interesse nachlässt und die Zinsen wieder steigen.

Ob die ewigen Warner vielleicht im kommenden Jahr endlich recht behalten, ist mehr als fraglich: Sollte die Europäische Zentralbank tatsächlich ihr umstrittenes Anleihekaufprogramm starten, dann werden die Notenbanker auch Bundesanleihen vom Markt nehmen, die Renditen folglich noch weiter sinken und die Kurse im Gegenzug tendenziell steigen.

Sollte EZB-Chef Mario Draghi dagegen - anders als erwartet - doch noch von seinem Vorhaben abgebracht werden, dann droht an den Aktienmärkten in Europa ein panikartiger Abverkauf. Schließlich ist es ausschließlich der Glaube an die versprochene Geldflut, die den Dax von seinem Jahrestief bei rund 8300 Punkten wieder bis in den Bereich der Zehntausender-Marke hochkatapultiert hat – und nichts anderes.

Bleibt die erhoffte Marktmanipulation der Notenbanker überraschend aus, dann wird es an den Aktienbörsen mehrere Etagen abwärts gehen – und die Anleger werden in sichere Häfen flüchten. Auch in diesem Szenario würde es also weiter aufwärts gehen mit den Kursen deutscher Staatspapiere.

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