Musterdepots
„Bundesanleihen sind zwölfmal teurer als Standardaktien“

Musterdepotstratege Georgios Kokologiannis vergleicht die Renditechancen am Anleihenmarkt mit denen von Aktien. Seiner Ansicht nach haben die Dividendenscheine nur noch ein geringes Potential.

DüsseldorfDie seit geraumer Zeit sehr niedrigen Inflationsraten, verbunden mit gleichzeitig sehr geringen Wachstumsraten, sind der Hauptgrund dafür, dass nicht nur die EZB, sondern auch viele andere Notenbanken die Zinsen immer weiter gesenkt haben. In den OECD-Ländern lag die Inflationsrate im März 2016 gerade einmal bei 0,8 Prozent, und eine wirkliche Trendwende ist nicht in Sicht.

Höhere Zinsen wird es aber ohne einen Cocktail aus mehr Wachstum und höherer Inflation nicht geben können. Während sich die deutschen Sparer von daher zu Recht bei der EZB beschweren, gehört der deutsche Finanzminister zu den größten Profiteuren der EZB-Geldpolitik. Seit dem Jahr 2008 ist der Bundeshaushalt insgesamt um rund 85 Milliarden Euro entlastet worden.

Da die Zinsen für Bundesanleihen mittlerweile bis zu einer Laufzeit von acht Jahren bei null Prozent oder im Minus liegen, nimmt der Entlastungseffekt in den nächsten Jahren noch weiter zu. Ohne Mario Draghi und die EZB wäre die schwarze Null im Bundeshaushalt somit nicht zu erreichen gewesen.

Nichtsdestotrotz können sich die Renditen am Rentenmarkt zumindest temporär von den fundamentalen Rahmenbedingungen, die die Geldpolitik vorgibt, abkoppeln. So ist es jetzt fast genau ein Jahr her, dass die Renditen am Rentenmarkt ohne eine nennenswerte Veränderung des wirtschaftlichen Umfelds rasant anstiegen.

Zehnjährige deutsche Staatsanleihen verloren innerhalb von zwei Monaten acht Prozent an Wert. Wer vor dem Renditeanstieg in noch längere Laufzeiten investiert hatte, erlebte einen wahren Crash. So verlor eine Bundesanleihe mit 30-jähriger Restlaufzeit in diesem Zeitraum sogar 25 Prozent an Wert. Allerdings sehen wir derzeit keinen externen Faktor, der nochmal einen derartigen Sell-Off am Rentenmarkt wie im Frühsommer 2015 auslösen könnte.

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Bilanz des ersten Quartals

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Aktien vs. Anleihen

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