Musterdepots
Das Alter des Bullen ist nicht entscheidend

Die Stimmung ist schlechter als die tatsächliche Lage, sagt unser Kommentator Daniel Hupfer. Der Bullenmarkt ist zwar schon gut sechs Jahre alt – das heißt aber nicht, dass damit sein Ende naht.
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Das positive Ergebnis des Bankenstresstests zeigte am deutschen Aktienmarkt nur kurze Wirkung. Grund hierfür war der Ifo-Geschäftsklimaindex, der im Oktober das sechste Mal in Folge zurückging und nun auf dem niedrigsten Niveau seit Januar 2013 liegt. Es sieht also danach aus, als ob der deutschen Wirtschaft langsam die Puste ausgeht.

Möglicherweise ist die Stimmung mittlerweile aber schlechter als die tatsächliche Lage. In den USA läuft die Wirtschaft immer noch rund, und auch aus China kamen zuletzt ordentliche Wirtschaftsdaten. So haben sich die Exporterwartungen der Unternehmen wieder etwas verbessert, was auch auf die Abwertung des Euro zurückzuführen ist. Zudem entlasten die Unternehmen auch die anhaltend günstigen Fremdkapitalkosten.

Und auch die expansive Geldpolitik der EZB zeigt langsam Wirkung: So wächst die Geldmenge M1, die einen Vorlauf vor der realwirtschaftlichen Entwicklung von einigen Monaten hat, seit Mai kontinuierlich stärker. Von daher sollte es sich bei der derzeitigen Schwächephase mehr um eine Delle als um einen nachhaltigen Abschwung handeln.

Ob die Tiefstände an den Aktienmärkten schon erreicht sind, lässt sich zwar noch nicht abschließend klären, doch sieht es für uns danach aus, als ob die Krisenängste der Marktteilnehmer zuletzt zu stark Oberhand gewonnen haben. Von daher rechnen wir damit, dass die Gegenbewegung an den Aktienmärkten anhalten wird. Ob der seit sechs Jahren andauernde Bullenmarkt zu Ende ist, wird nicht von seinem Alter abhängen, sondern von der Frage, ob es im nächsten Jahr eine neue Rezession geben wird. Derzeit sind wir von dem Eintreten eines solchen Negativszenarios nicht überzeugt.

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