Musterdepots
Das Portfolio gegen die Kursschmelze

Als der Dax einen Rekord nach dem nächsten jagte, hatte Geogios Kokologiannis auf eine Korrektur gesetzt. Nun steht der Dax bei rund 9500 Punkten. Zeit für unseren Autor, sein Portfolio etwas offensiver auszurichten.

Das Musterportfolio ist derzeit defensiver ausgerichtet als es die vergleichsweise geringe Cashquote zunächst vermuten lässt: Neben den knapp 6400 Euro Bargeld zählt auch der Bestand an Reverse-Bonuszertifikaten zu den Depotpositionen, denen ein weitere Rücksetzer am Aktienmarkt nichts anhaben kann (WKN: XM07NV). Dazu kommen Discountzertifikate auf den Dax sowie den US-Leitindex S&P 500, die zumindest Teilschutz vor erneuten Schwächephasen an den Börsen bieten.

Unter dem Strich wurde die Investitionsquote im Zuge der verbilligten Notierungen in den vergangenen Wochen dennoch erhöht. Setzt sich die Kursschmelze fort, dann werde ich weiter umschichten und das Depot noch etwas offensiver positionieren. Während ich noch Anfang August gewarnt hatte, dass etwa beim deutschen Leitindex aus fundamentalen Gründen hohe Verluste drohen, hat der Index inzwischen den unteren Rand meiner erwarteten Kursspanne erreicht.

Was ich damals an dieser Stelle geschrieben hatte: „Nur auf den ersten Blick taugt die fast abgeschlossene Berichtssaison bei den Dax-Konzernen als Rechtfertigung für weiter anziehende Aktienkurse. Zwar haben die deutschen Bluechips im Vergleich zum Vorjahresquartal die Gewinne je Aktie um durchschnittlich 14 Prozent ausgebaut.

Allerdings hat der Dax in den vergangenen Monaten mehr als doppelt so stark zugelegt wie die Quartalgewinne. Die Schere zwischen Aktienmarkt- und Gewinnentwicklung ist also noch weiter auseinandergegangen, statt sich zu schließen. Konkret: Wäre der deutsche Schwergewichte-Index in dem Tempo gestiegen wie die Unternehmensgewinne der 30 bedeutendsten börsennotierten Konzerne hierzulande, dann läge er jetzt bei rund 10.300 Punkten – nicht bei 11.400.

Und weiter:

„Noch Aufschlussreicher die langfristige Entwicklung: So ist der Dax seit Anfang 2011 um mehr als 62 Prozent geklettert. Ihren kumulierten, um Sondereffekte bereinigten Jahresgewinn konnten die Dax-Unternehmen im gleichen Zeitraum aber insgesamt lediglich um 15,5 Prozent steigern.“

Mein Fazit damals: „Selbst wenn man den Anteil am Dax-Kurszuwachs rausrechnet, der wegen der Eigenart des Börsenbarometers als sogenannter „Total-Return-Index“ auf die Dividendenzahlungen der vergangenen viereinhalb Jahre zurückzuführen ist: Auch dann ist der Dax-Anstieg immer noch deutlich mehr als doppelt so hoch, als auf Basis der Gewinnentwicklung gerechtfertigt wäre. Statt bei 11.400 Punkten müsste der Index dieser Rechnung zufolge aktuelle eher bei knapp 9.300 Punkten stehen.“

Inzwischen hat das deutsche Börsenbarometer genau dieses Terrain erreicht, das meiner Einschätzung nach nicht dauerhaft unterschritten werden dürfte.

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