Musterdepots
Der Blick auf die besten Aktien des Jahres

Titel mit guter Wertentwicklung bauen ihren Vorsprung gegen Jahresende häufig weiter aus, während schwache Titel zurückfallen. Warum das oft so zu beobachten ist, erklärt Daniel Hupfer.

Regelmäßig in den Wintermonaten gibt es Diskussionen über das sogenannte „Window Dressing“: Investoren und Fondsmanager hübschen ihre Portfolios auf, um dem Anleger ein gefälliges Depot präsentieren zu können. Dabei geht es nicht um die Performance zum Jahresende, an der sich zu diesem Zeitpunkt meistens nichts Entscheidendes mehr ändern lässt, sondern um die Titel, die im Portfolio ausgewiesen werden.

Eine angeblich beliebte Strategie ist es, Titel mit einer besonders guten Wertentwicklung über das Gesamtjahr noch in das Portfolio aufzunehmen und die Titel mit der schwächsten Wertentwicklung herauszunehmen. Durch diese Art des Window Dressings soll der Eindruck entstehen, dass der Investor oder Portfoliomanager gute Arbeit für den Kunden geleistet hat. Wir halten dies für eine wenig überzeugende Investmentstrategie, Titel nur aufgrund einer guten bzw. schlechten Wertentwicklung zu kaufen oder verkaufen, wenn dies nicht durch weitere Erwägungen flankiert wird.

Dennoch könnte es ja sein, dass sich mehr hinter dem Window Dressing verbirgt, als lediglich optische Erwägungen. Denn wenn ausreichend viele Investoren zum Jahresende Titel mit einer guten Wertentwicklung kaufen und die schlecht gelaufenen Titel abstoßen, dann könnte dieses Verhalten Konsequenzen am Aktienmarkt haben: Titel mit guter Wertentwicklung müssten ihren Vorsprung gegen Jahresende weiter ausbauen, während Titel mit einer schwachen Wertentwicklung in diesem Fall auch in den Wintermonaten weiterhin zur Schwäche neigen müssten.

Wir haben daher anhand von vier großen Aktienindizes (DAX, Euro Stoxx 50, FTSE 100 und S&P 500) getestet, inwieweit dieser Effekt in der Vergangenheit zu beobachten war. Unsere Untersuchung zeigt, dass prinzipiell am Thema Window Dressing mehr dran sein könnte als nur optische Gründe. Prinzipiell kann es für Investoren Sinn machen, zum Jahresende nochmals einen Blick auf die besten Aktien des bisherigen Jahresverlaufes zu werfen.

Eine Gewinngarantie gibt es indes für diese Strategie nicht. Gerade für Anleger, die etwas Freude am Abenteuer haben, kann auch der Blick auf die Aktien interessant sein, die bislang sehr schwach abgeschnitten haben. Prinzipiell ist es wahrscheinlich, dass diese Werte auch zum Jahresende nochmals schlecht abschneiden. Das Risiko für eine Fehlentscheidung steigt jedoch erheblich an, wenn das Jahr bis November gut gelaufen ist; dann ist die Wahrscheinlichkeit für eine Trendwende im Dezember erhöht.

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