Musterdepots
Der China-Ausverkauf ist irrational

Die chinesische Notenbankpolitik ist das Top-Thema auf dem Börsenparkett. Doch die Aktienverkäufe der vergangenen Tage sind irrational, findet Daniel Hupfer. Die Daimler-Aktie zeigt, warum.
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Die chinesische Zentralbank hält die europäischen Aktienmärkte weiterhin in ihrem Bann. Mit einer erneuten Schwächung des chinesischen Yuan nach der bereits erfolgten Abwertung am Dienstag setzte sich der Ausverkauf an den europäischen Börsen fort. Vor allem Unternehmen mit starkem China-Exposure verloren den zweiten Tag in Folge kräftig an Wert. Wie irrational sich Börsianer in dieser Marktphase verhalten, zeigt die Entwicklung der Aktien von Daimler.

Innerhalb der letzten beiden Tage sank die Marktkapitalisierung von Daimler um fast 8 Milliarden Euro. Dabei konnten die Stuttgarter in den vergangenen Monaten ihre Automobilabsätze kräftig steigern, insbesondere in China legte Daimler in den vergangenen Monaten entgegen dem Trend deutlich zu. Zudem werden die Währungseffekte aus den chinesischen Absätzen im Jahr 2015 positiv ausfallen, da der Yuan im Verhältnis zum Euro trotz der Abwertung seit Jahresanfang immer noch 5 Prozent im Plus ist.

Wir halten den aktuellen massiven Ausverkauf vieler deutscher Exportunternehmen für deutlich übertrieben, denn Währungsschwankungen sind kein neues Phänomen an den Kapitalmärkten. Unseres Erachtens fallen die aktuellen Geschehnisse in eine Marktphase, in der das Marktsentiment sowieso tendenziell negativ ist. Zudem sind die Umsätze aufgrund der Urlaubszeit gering. Zwar gehen wir davon aus, dass die Unsicherheit noch einige Tage, wenn nicht Wochen anhalten kann. Allerdings sollte sich dann die Überzeugung durchsetzen, dass die Währungsschwankungen in China der starken deutschen Industrie kaum Umsatz- und Gewinneinbußen bescheren werden.

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