Musterdepots
Der erste Kilometer

Mario Draghi selbst bezeichnete das Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank als einen geldpolitischen Marathonlauf. Nach gut einem Monat Laufzeit wird es für Daniel Hupfer Zeit, ein erstes Fazit zu sehen.
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Seit Anfang März kauft die Europäische Zentralbank im Rahmen des sogenannten „Public Sector Purchase Programme“ Staatsanleihen und andere festverzinsliche Wertpapiere von Behörden und supranationalen Institutionen aus der Eurozone an. Zusammen mit dem Ankaufprogramm für Asset-Backed Securities und dem Ankaufprogramm für Pfandbriefe bilden diese drei Kaufprogramme das Expanded Asset Purchase Programme und damit das Gegenstück der EZB zu den Programmen des „Quantitative Easing“ der amerikanischen Federal Reserve.

Insgesamt bewegen sich die Anleihekäufe der EZB auf ein Volumen von monatlich 60 Milliarden Euro. Setzt sie dieses Programm bis September 2016 um, würde sich die Bilanzsumme der EZB in diesem Zeitraum um rund 1.000 Milliarden Euro erhöhen. In den ersten sechs Wochen seit Beginn der Staatsanleihekäufe liegt die Zentralbank voll im Plan.

Es ist sicherlich noch viel zu früh, um wirklich nachhaltig beurteilen zu können, ob die Europäische Zentralbank ihre Ziele, die sie mit der unkonventionellen Geldpolitik verfolgt, erreichen wird. EZB-Präsident Mario Draghi hat selbst gesagt, dass sich die Notenbank auf einem geldpolitischen Marathonlauf einstellt, bei dem sie gerade erst den ersten Kilometer absolviert hat. Dennoch lässt sich immerhin schon ein kleines Zwischenfazit ziehen, wie sich die Notenbank auf der Kurzstrecke schlägt.

Und da sieht es gar nicht schlecht aus. Immerhin lässt sich beobachten, dass sich die Inflationserwartungen nach der Ankündigung und dem Beginn des Anleiheaufkaufprogramms der EZB etwas erhöht haben. Allerdings liegt der aktuelle Wert von knapp 1,7 Prozent für den Swapsatz, der die erwartete Inflation in fünf Jahren für die darauf folgenden fünf Jahre abbildet, immer noch deutlich niedriger als es im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre der Fall gewesen ist. Von daher kann man bislang auch allenfalls von einer Stabilisierung der Inflationserwartungen auf einem sehr niedrigen Niveau sprechen – nicht mehr und nicht weniger.

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