Musterdepots Der Euro hat sein Jahrestief hinter sich gelassen

Die Griechenland-Problematik überschattet die Finanzmärkte. Besonders betroffen sind Staatsanleihen und der Euro. Davon bleiben die Musterdepots nicht verschont. Wie die Autoren die derzeitige Börsenlage einschätzen.
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Georgios Kokologiannis Quelle: Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

(Foto: Pablo Castagnola)

In den nächsten Wochen ist zunächst mit einer Aufwertung des US-Dollars im Verhältnis zum Euro zu rechnen. Danach aber dürfte die Gemeinschaftswährung ihre Erholungsbewegung wieder aufnehmen. Darauf deuten Indikatoren des Analysehauses Sentix. Es untersucht regelmäßig die Stimmung der Investoren und zieht daraus Schlüsse für die weitere Entwicklung an den Finanzmärkten.

Derzeit bröckele die Grundüberzeugung der Anleger für den Euro. Den Grund dafür sehen die Experten von Sentix darin, dass unter den Investoren offensichtlich ein Bewusstseinswandel erfolge, der mit der Griechenland-Problematik zusammenhängt.

Für das zweite Halbjahr prognostizieren die Fachleute aber ein deutliches Wiedererstarken der Gemeinschaftswährung. Denn die ebenfalls von Sentix erhobenen Konjunkturerwartungen der Marktteilnehmer würden für Europa deutlich besser ausfallen als für die USA – und damit für den Euro sprechen.

Ich schließe mich dieser Währungseinschätzung an und gehe anders als die meisten Analysten der Banken davon aus, dass der Euro sein Jahrestief bereits dauerhaft hinter sich gelassen hat. Die jüngsten positiven Wechselkurseffekte in den Dax-Bilanzen dürfen sich damit bald in das Gegenteil umkehren: Im vergangenen halben Jahr haben viele Unternehmen aus der Euro-Zone vom schwachen Euro profitiert, weil sie ihre Produkte außerhalb des gemeinsamen Währungsgebietes billiger verkaufen könnten.

Wie stark die Wechselkursänderungen zum Dollar beispielsweise auf die Bilanzen der Dax-Konzerne durchschlagen, hat die Commerzbank berechnet: Demnach verbuchen die 30 bedeutendsten deutsche börsennotierten Unternehmen in einem Geschäftsjahr wie 2015 einen rund achtprozentigen Sondergewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda), wenn die Gemeinschaftswährung um zehn Prozent gegenüber dem Dollar abwertet. Doch gilt diese Rechnung mit umgekehrten Vorzeichen auch für das spiegelverkehrte Szenario.

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