Musterdepots
Der europäische Aktienmarkt ist aufgebläht

Georgios Kokologiannis sorgt sich um den europäischen Aktienmarkt, Daniel Hupfer kauft norwegische Bank-Aktien und Alexander Kovalenko wirft einen Blick auf den chinesischen Automarkt. Die Musterdepots.
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Ausgerechnet Ökonomen des Internationalen Währungsfonds (IWF) warnen mittlerweile vor den Auswirkungen der ultralockeren Geldpolitik, die sie bis vor kurzem noch selbst postuliert haben: Die extrem niedrigen Zinsen und die durch das Gelddrucken der Notenbanken in den Bankensektor gepumpte Liquidität drohe Ungleichgewichte und Vermögenspreisblasen zu erzeugen.

Was inzwischen offensichtlich sogar bei den Inflationisten für Unbehagen sorgt: Um irrwitzige 48 Prozent ist zum Beispiel der Dax in der Spitze nach oben geschnellt, seitdem sich die Weichwährungspläne der Europäischen Zentralbank ab Mitte Oktober konkretisierten. Nachdem EZB-Chef Mario Draghi sein 1,1-Billionen schweres Gelddruckprogramm offiziell verkündet hat, nahm die Kaufwut an den Aktienmärkten immer weiter zu.

Allein die Marktkapitalisierung der 600 größten börsengehandelten Unternehmen in Europa hat sich im vergangenen halben Jahr um über 2,2 Billionen Euro (!) aufgebläht. Also um das Doppelte der gesamten zusätzliche Liquidität, die Währungs-„Hüter“ Draghi bis Herbst kommenden Jahres in das Finanzsystem pumpen will. Dabei hat die EZB bisher nur einen Bruchteil ihres Wertpapierkaufprogramms umgesetzt, das im März gestartet wurde und erst im September 2016 abgeschlossen sein wird.

Noch extremer ist die Situation am Anleihemarkt. Dort weisen beispielweise schon jetzt fast drei Viertel aller deutschen Bundesanleihen negative Renditen auf. Und der Anteil der Bundesbonds bei denen Anleger draufzahlen müssen, wird zweifelsohne weiter zunehmen. Schließlich entfällt rund ein Fünftel des geplanten Wertpapierkaufprogramms der EZB auf deutsche Rentenpapiere.

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