Musterdepots
Der hohe Preis der Rendite

Mit Bundesanleihen lässt sich kaum Gewinn machen. Nach Kosten und Steuern bleibt Privatanlegern fast nichts. Unser Kommentator greift zu Bonds der europäischen Peripherie – die bringen mehr, doch die Risiken sind groß.
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Die Zunahme der Risikoaversion in den vergangenen Tagen aufgrund der geopolitischen Unsicherheiten hat das Renditeniveau deutscher Staatsanleihen kräftig absinken lassen. 10-jährige Bundesanleihen notierten am vergangenen Freitag gerade noch bei knapp über 1,02 Prozent. Abzüglich von Steuern und Kosten sind solche Papiere für Privatanleger komplett unattraktiv. Bei Deutschen Pfandbriefen und gut bewerteten Unternehmensanleihen sieht es nicht viel besser aus.

In unserem Depot haben wir uns beim Kauf von Anleihen daher auf europäische Peripherieanleihen und nachrangige Unternehmensanleihen konzentriert. Diese bergen zwar höhere Risiken und bedürfen einer laufenden Risikoüberwachung, liefern dafür aber noch relativ solide Renditen.

Allerdings werden auch bei diesen Anleihen die Risiken kaum noch kompensiert und wie am Rentenmarkt insgesamt sind die latenten Zinsänderungsrisiken enorm. Da wir aufgrund eines schwachen europäischen Wirtschaftswachstums sowie einer zunehmend expansiven Geldpolitik der EZB derzeit nicht mit signifikant steigenden Zinsen rechnen, halten wir an unseren Anleihebeständen fest.

Bei den von uns gehaltenen europäischen Peripherieanleihen haben wir allerdings zuletzt Gewinne mitgenommen. Inklusive Stückzinsen waren wir mit der Portugal-Anleihe zweistellig im Plus, so dass wir einen Verkauf vorgenommen haben um Gewinne zu sichern. Auch wenn die Risikoprämien für solche Anleihen zuletzt wieder zugenommen haben, rechnen wir aktuell nicht mit einer generellen Trendumkehr bei Peripherieanleihen.

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