Musterdepots
Start und Stopp

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Der richtige Riecher allein ist manchmal zu wenig

Vor nahezu genau einem Jahr waren die Rohölpreise nach monatelanger Talfahrt auf den tiefsten Stand seit 2003 gefallen. Seitdem hat sich zum Beispiel die Notierung von Brent-Öl von 27,10 US-Dollar je Barrel mehr als verdoppelt. Wer damals mit einfachen Öl-Zertifikaten auf eine Trendwende gesetzt hatte, erzielte aber „nur“ ein etwa halb so hohes Plus.

Vielen Anlegern ist nicht bewusst: Bei langfristigen Rohstoffinvestitionen beeinflussen die Erwartungen der Akteure an den Terminmärkten entscheidend die erzielbare Rendite. Vereinfacht gesagt gilt: Je mehr dort ebenfalls mit steigenden Öl-Preisen rechnen, desto schlechter lässt sich ein Aufwärtstrend in Rendite ummünzen. Und genau diese Situation herrschte in den vergangenen Monaten vor.

Hintergrund: Auch Rohstoff-Zertifikate basieren letztendlich auf Warenterminkontrakten. Doch die Laufzeit der Kontrakte beträgt anders als bei den meist endlos laufenden Zertifikaten nur wenige Monate. Die Anbieter der Zertifikate müssen daher auslaufende Terminkontrakte immer wieder gegen neue, später fällig werdende austauschen. Dieser im Fachjargon als Rollen bezeichnete Anpassungsprozess kann gewinnträchtig sein für den Anleger.

Das ist dann der Fall, wenn der neue, später fällig werdende Kontrakt weniger kostet als der auslaufende - wenn die meisten Marktteilnehmer also erwarten, dass der Rohstoffpreis in Zukunft sinkt. Umgekehrt gilt aber auch: Preist der Markt eine Erholung der Notierungen bereits ein, dann verbucht der Zertifikate-Käufer beim Kontraktwechsel keine Gewinne, sondern Rollverluste.

Im Extremfall kann der Wert eines Öl-Zertifikats sogar dann sinken, obwohl die Notierungen für den Rohstoff zulegen. Um mit solchen Zertifikaten Geld zu verdienen, muss der Ölpreis dann also noch stärker steigen als es die Rohstoff-Profis an den Warenterminmärkten ohnehin einpreisen.

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