Musterdepots: Der richtige Zeitpunkt

Musterdepots
Die Fed steht sich selbst im Weg

Der richtige Zeitpunkt

Während die meisten Experten noch Anfang dieses Jahres mit vier US-Leitzinserhöhungen für 2016 gerechnet haben, wurde an dieser Stelle immer wieder geschrieben, dass eine richtige Zinswende frühestens nach den Präsidentschaftswahlen im November umgesetzt wird. 

Schon seit vergangenem Herbst lautete meine Einschätzung: Fed-Chefin Janet Yellen wird sich davor hüten, durch eine restriktivere Geldpolitik die Wahlchancen der Demokraten von Barack Obama zu konterkarieren, dem sie ihr Amt zu verdanken hat. Und: Dass sie versuchen wird, unter immer neuen Vorwänden den nächsten Erhöhungsschritt auf den Sankt-Nimmerleinstag hinauszuzögern.

Nach der jüngsten Sitzung der US-Notenbank sehe ich mich in meiner Einschätzung bestätigt: Einmal mehr haben die Währungshüter in den USA entschieden, den Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Geld in der Spanne von 0,25 bis 0,5 Prozent zu belassen. Um keine Unruhe an den Kapitalmärkten zu riskieren, opfert Yellen die Glaubwürdigkeit der weltweit mächtigsten Finanzmarktinstitution.

Die Fed-Vorsitzende signalisierte am Mittwochabend, nun im Dezember zur Tat schreiten zu wollen – aber natürlich nur dann, falls auch die nächsten Konjunkturdaten eine „Zinswende“ rechtfertigten. Dabei hat die Geldpolitik ihre vorgeblichen Ziele längst erreicht: Am Jobmarkt herrscht Vollbeschäftigung. Die Arbeitslosenquote ist auf 4,9 Prozent gesunken – damit sogar unter den Sollwert der Fed – und die Kernrate der Verbraucherpreisinflation liegt am angestrebten Niveau von zwei Prozent.

Einer weiteren Normalisierung steht die Fed selbst im Weg: Denn statt in die Realwirtschaft fließt das viel zu billige Notenbankgeld mit der Aussicht auf noch ein paar Monate risikoloser Rendite in die Anlagemärkte – und bläht dort Aktien- und Anleihepreise noch weiter auf.

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