Musterdepots
Der Tiefflug des Drachen

Die Gedankenspiele um Chinas Währung, den Yuan, nehmen kein Ende. Angesichts riesiger Dollar-Reserven bleibt dem Reich der Mitte genug Luft zum Atmen. Die Abwertung verhindern muss das aber nicht, meint Daniel Hupfer.

Am Markt wird derzeit spekuliert, ob die chinesische Währung gegenüber dem US-Dollar weiter abwerten muss. Ein Blick auf die Devisenreserven des Landes zeigt, dass die Notenbank die Währung offenbar schon länger gegen eine Abwertung verteidigt. Die Reserven ohne Goldbestände sind von rund vier Billionen US-Dollar Mitte 2014 auf rund 3,3 Billionen US-Dollar im Dezember 2015 abgeschmolzen. Diese Entwicklung ist vom Trend her stark negativ, absolut betrachtet liegen die Devisenreserven aber immer noch auf einem sehr hohen Niveau.

Unter Länder-Risikoaspekten schauen wir uns daneben auch an, wie hoch die kurzfristig fälligen Auslandsschulden sind. Im Falle einer Vertrauenskrise können die Devisenreserven als Puffer dienen, um kurzfristig fällige Auslandsschulden weiter bedienen zu können. Die Reserven Chinas sind unseren Berechnungen nach für diesen Zweck immer noch mehr als ausreichend. Die Deckung von kurzfristigen Auslandsschulden mit Devisenreserven hat jedoch wesentlich stärker abgenommen als der Blick auf die Reserven allein verrät. Vor diesem Hintergrund halten wir es durchaus für möglich, dass der Yuan in den kommenden Monaten nochmals etwas abwertet.

Als Konsequenz könnte der Druck auf die exportorientierten Unternehmen in Deutschland weiter anhalten. Dieser Druck ist allerdings nur zum Teil gerechtfertigt. Zwar fallen die chinesischen Gewinne bei einer Abwertung des Yuan für hiesige Unternehmen geringer aus, allerdings lässt dies die Tatsache unberücksichtigt, dass sich viele Unternehmen gegen solche Währungsschwankungen gesichert haben. Zudem muss ebenso berücksichtigt werden, dass viele Unternehmen auch Produktionsstätten in China haben und somit auch die Kostenbasis auf chinesischen Yuan lautet.

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