Musterdepots
Des einen Freud, des anderen Leid

Am Tag nach der Fed-Sitzung kennen die Börsianer und unsere Musterdepotautoren nur ein Thema. Zwar war die Erhöhung der US-Leitzinsen erwartet worden, doch trotzdem reagierte die Märkte deutlich. Die Gründe.
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Die Zinserhöhung der US-Notenbank Fed und der feste Dollar sorgen für gute Stimmung am europäischen Aktienmarkt. Die Fed zeigt sich offensiver in ihrer restriktiven Geldpolitik. Statt zwei hat sie nun drei Zinserhöhungen im kommenden Jahr in Aussicht gestellt. Bei der Betrachtung des Zinsterminmarktes und der Fed Funds Future Rates rechne der Markt nun zu gut einem Drittel ebenfalls mit drei Zinsschritten 2017. Diese Erwartung auf einen steileren Zinspfad 2017 lässt den US-Dollar auf breiter Front kräftig nach oben steigen. Der Euro ist mit 1,0431 Dollar auf den niedrigsten Stand seit Anfang 2003 gefallen.

Ein schwacher Euro kann als indirektes Konjunkturprogramm für exportstarke Dax-Unternehmen wie BMW, Siemens und Bayer interpretiert werden. Denn ein schwächerer Euro verbessert die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen gegenüber solchen aus dem Dollarraum. Nahezu die Hälfte der Umsätze der Euro-Stoxx-600-Mitglieder wird außerhalb Europas erzielt. Am Aktienmarkt geraten Dollar-Gewinner wie Airbus und MTU in den Blick, da diese am stärksten von der Dollar-Stärke profitieren. Unser Portfolio-Wert Airbus gewinnt um 2,4 Prozent. Insgesamt verwundert es uns nicht, dass der DAX mit 11.375 Punkten ein neues Jahreshoch markieren konnte. Der Euro-Stoxx-50 legt auf 3.246 Punkte zu und notierte nur noch knapp unter dem Jahreshoch vom 4. Januar bei 3.266 Punkten.

Am Anleihemarkt setzt sich der Trend anziehender Renditen fort, die Kurse fallen also weiter. Nach 0,31 rentieren zehnjährige deutsche Staatsanleihen mit 0,38 Prozent.
Der große Verlierer der US-Geldpolitik ist der Goldpreis. Die zinslose Anlage leidet unter der Aussicht auf steigende Zinsen und dem steigenden Dollar. Nach der Fed-Sitzung fiel der Preis der Feinunze auf 1.128 US-Dollar. Sollte der Dollar noch stärker werden, dürfte der Goldpreis die 1.100er Marke je Feinunze testen. Aktuell liegt die Feinunze bei 1.137 Dollar.

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