Musterdepots
Deutsche Anleger verschenken bares Geld

Der Dax eilt von einem Rekord zum nächsten, doch die deutschen Anleger nehmen an der Rekordjagd nicht teil. Musterdepot-Autor Daniel Hupfer kann diese „Aktien-Resistenz“ nicht verstehen.
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Aktien genießen bei deutschen Privatanlegern einen unverändert schlechten Ruf. So ist das Interesse an Aktien oder Aktienfonds in Deutschland so gering wie selten zuvor in den vergangenen 20 Jahren. Dabei ist das Geldvermögen mit mehr als fünf Billionen Euro so hoch wie niemals zuvor. Der Hauptgrund für das geringe Aktienengagement ist das traditionell hohe Sicherheitsbedürfnis.

Rund zwei Drittel des Durchschnittsvermögens wird als Bargeld gehalten oder liegt auf Termingeldkonten und auf Sparbüchern. Die Rendite dieser Anlagen geht mittlerweile gegen null, und eine Änderung ist in den nächsten zwei bis drei Jahren nicht absehbar. Denn spätestens seitdem die EZB im vergangenen Sommer Negativzinsen für Einlagen der Geschäftsbanken eingeführt hat, sollte jedem klar sein, dass wir endgültig auf die Nullzinswelt zusteuern.

Mit dem Verzicht auf Aktien verschenken deutsche Anleger jedes Jahr bares Geld, das bei der Altersvorsorge und dem zukünftigen Konsum fehlt. Dabei zeigen Berechnungen, dass schon eine geringe Aktienquote von 20 Prozent ausreicht, um eine wesentlich bessere und immer noch schwankungsarme Rendite zu erzielen als dies mit Sichteinlagen möglich ist.

Mit unserem Privatbankdepot verfolgen wir sogar eine noch offensivere Strategie, unsere Aktienquote beträgt derzeit rund 70 Prozent. Dies liegt unter anderem daran, dass wir aufgrund unserer positiven Einschätzung der fundamentalen Rahmenbedingungen davon ausgehen, dass die Aktienkurse trotz der positiven Entwicklung in den vergangenen Monaten weiteres Aufwärtspotenzial haben. Kritisch für Aktien wird es immer dann, wenn es eine Rezession gibt oder Aktienmärkte überbewertet sind. Beides ist derzeit nicht der Fall.

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