Musterdepots
Die Ferien und das Wachstum

Daniel Hupfer erinnert bei der BIP-Prognose an einen gerne vergessenen Faktor. Und Alexander Kovalenko gesteht ein, zu früh bei Anglo American eingestiegen zu sein. Warum er trotzdem auf den Minenbetreiber setzt.

Aufgrund der positiven Entwicklung der deutschen Exporte, aber auch wegen der starken Binnennachfrage bestätigen wir unsere Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft von 1,8 Prozent in diesem und 1,6 Prozent im nächsten Jahr. Allerdings sollte man sich darauf gefasst machen, dass es nach den zuletzt guten Daten durchaus schwächere Zahlen im August geben kann.

Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist dabei die Lage der Sommerferien in den deutschen Bundesländern, die bereits im vergangenen Jahr für einigen Wirbel bei den Konjunkturdaten sorgte. So kam es im August 2014 zu starken Rückgängen von 5,5 Prozent bei den Aufträgen, von 2,8 Prozent bei der Industrieproduktion und von 4,5 Prozent bei den Exporten, die allesamt in erster Linie der Entwicklung im Automobilsektor und der Lage der Werksferien geschuldet waren. Dieses Phänomen könnte sich – eventuell in etwas abgeschwächter Form – in diesem Jahr wiederholen.

Der Verband der Automobilindustrie hat bereits Daten zur Automobilproduktion beziehungsweise zu den Exporten im August 2015 veröffentlicht, und diese zeigen einen Rückgang von fast 40 Prozent respektive 35 Prozent gegenüber dem Vormonat. Wie im vergangenen Jahr spricht vieles dafür, dass sich diese Zahlen als Ausrutscher entpuppen werden.

Am Kapitalmarkt könnten diese Daten jedoch fälschlicherweise als Indiz für eine noch signifikantere Nachfrageschwäche in China und den Schwellenländern interpretiert werden, sodass die turbulenten Tage an der Börse noch nicht vorbei sein dürften.

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