Musterdepots
Die Karten werden neu gemischt

Die Notenbank in der Schweiz lässt die Börsen tanzen. In der Schweiz stürzen die Kurse ab, in Deutschland schießen sie durch die Decke. Spannende Zeiten für die Musterdepot-Autoren. Sie müssen ihre Strategien anpassen.
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Die Schweizerische Nationalbank hat mit ihrer Ankündigung, den Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro aufzugeben und den Einlagenzins auf minus 0,75 Prozent zu senken, für einen Paukenschlag gesorgt und die Kapitalmärkte ordentlich durcheinander gewirbelt. Während der Schweizer Franken kräftig aufwertete, verloren die Aktien im SMI kräftig an Wert. Die Gründe für diesen Schwenk in der Notenbankpolitik sind noch nicht vollständig ersichtlich.

Fakt ist, dass die Schweizerische Nationalbank durch die Verteidigung der Währungsaufwertung ihre Bilanz kräftig ausgeweitet hat und diese mittlerweile bei einer Größenordnung von etwa 87 Prozent des BIP liegt. Die damit einhergehenden Risiken wurden nun vermutlich zu groß. Die offensichtlichste Implikation ist eine deutliche Aufwertung des Schweizer Franken und damit eine Schwächung der dortigen Exportunternehmen. Auch wenn der Pharmahersteller Roche einen Großteil der Umsätze außerhalb der Schweiz erwirtschaftet, haben wir uns von dem Titel mit einem ordentlich Gewinn getrennt.

Wir halten das Schweizer Pharmaunternehmen für eines der am qualitativ hochwertigsten in der europäischen Pharmabranche. Wir haben dennoch Kursgewinne realisiert, da wir aktuell die Auswirkungen der veränderten Notenbankpolitik nicht hundertprozentig abschätzen können.

Aus unserer Sicht verliert die Schweizer Notenbank an Glaubwürdigkeit, da sie noch vor wenigen Tagen betont hatte, den Mindestkurs aufrechtzuerhalten. Zudem müssen die hohen Devisenreserven der Notenbank nun neu bewertet werden, was zu einem außerordentlich hohen Verlust führen könnte. Der zuletzt gemeldete Gewinn sollte damit wieder egalisiert werden.

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