Musterdepots
Die Rückkehr des Euro

Georgios Kokologiannis stellt sich gegen die Prognosen der Währungsauguren. Der Stratege sieht den Euro trotz der laufenden Abwertung mittelfristig auf Comeback-Kurs gegenüber dem Dollar. Was ihn zu der These bewegt.
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Es ist eine Einschätzung, die den meisten Bankprognosen widerspricht: Der Euro dürfte mittelfristig wieder an Stärke gewinnen - vor allem gegenüber dem US-Dollar. Darauf deuten jetzt Indikatoren des Analysehauses Sentix. Die Fachleute untersuchen regelmäßig das Befinden der Investoren und ziehen daraus Schlüsse für die weitere Entwicklung an den Finanzmärkten.

Ein spezieller Index, der die Sechsmonats-Erwartungen der Anleger zum Wechselkurs des Euros gegenüber der US-Währung abbildet, sei zuletzt auf den höchsten Stand seit November 2013 gestiegen. Seit seinem Tiefpunkt im Herbst habe der Indikator bereits 30 Prozentpunkte zugelegt. Das Fazit der Sentix-Experten: Das Vertrauen in die die Gemeinschafswährung kehrt zurück.

Dagegen rechnen viele Devisenstrategen mit einer fortgesetzten Euro-Abwertung: Laut einer Umfrage des Informationsdienstes Bloomberg liegt der prognostizierte Durchschnittskurs für einen Euro bis zum Jahresende bei 1,10 US-Dollar. Seit Monatsbeginn hat der Euro zum Dollar knapp ein Prozent gewonnen und kostet derzeit 1,13 US-Dollar, nachdem er am 26. Januar mit 1,1098 Dollar den tiefsten Stand seit elfeinhalb Jahren markiert hatte.

Ich schließe mich der Prognose der Sentiment-Experten an und erwarte ebenfalls eher eine Stabilisierung als eine beschleunigte Euro-Abschwächung. Das zukünftige Auseinanderlaufen der Geldpolitik in den USA einerseits und in der Eurozone andererseits sollte inzwischen weitegehend eingepreist sein.

Zudem leidet die Wettbewerbsfähigkeit der US-Wirtschaft schon jetzt unter der erstarkten US-Währung. Dass ein Euro demnächst für unter einen Dollar zu haben sein wird – so wie es beispielsweise die Deutsche Bank erwartet – halte ich daher für unwahrscheinlich.

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