Musterdepots
Die sich selbst erfüllende Prophezeiung

Handelsblatt-Redakteur Georgios Kokologiannis weiß: Auch ein mathematisch präzises Analyseinstrument wie die Charttechnik hat viel mit Börsenpsychologie zu tun – und entwickelt seine ganz eigene Dynamik.
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DüsseldorfSchafft es der Dax demnächst, seine sogenannte 200-Tage-Linie zu überwinden, dürfte der deutsche Aktienindex danach schubartig noch weit höher steigen, als es fundamental gerechtfertigt ist. Die Linie verläuft aktuell bei knapp über 11.000 Punkten und dient vielen Investoren als Signalgeber für ihre Börsenengagements.

Die Kurve beschreibt den gleitenden Durchschnitt der Notierung in den vergangenen 200 Tagen und es gilt die Faustregel: Verkaufe, wenn der Kurs einer Aktie oder eines Marktindexes unter diese Linie absinkt - und kaufe im umgekehrten Fall. Weil die Handlungsanweisung so eingängig ist, orientieren sich massenhaft auch solche Anleger daran, für die Charttechnik sonst ein Buch mit sieben Siegeln ist. Die Folge: eine sich selbst erfüllende Prophezeiung.

Welche Dynamik dadurch tatsächlich entstehen kann, dass viele Investoren diese Linie als Orientierungspunkt nutzen, konnte man in den vergangenen zwölf Monaten bereits mehrfach beobachten - zuletzt Mitte August: Nachdem der Dax die 200-Tage-Linie - damals von oben nach unten - überraschend durchstoßen hatte, brach das Börsenbarometer anschließend innerhalb weniger Tage um mehr als 700 Punkte ein.

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