Musterdepots
Die Stimmung bleibt im Keller

China beeinflusst die Dax-Aktien. Vor allem exportorientierte deutsche Unternehmen müssen mit Gegenwind rechnen. Musterdepot-Autor Daniel Hupfer geht vorsorglich in Deckung. Er verkauft seine Thyssen-Krupp-Papiere.
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Wir haben uns gestern von unserer Position in Thyssen-Krupp-Aktien mit einem kleinen Gewinn getrennt. Der deutsche Stahlhersteller hatte in der vergangenen Woche ordentliche Zahlen für das abgelaufene Quartal berichtet und die Prognose für das Gesamtjahr 2015 bestätigt. Maßgeblich für die starken Zahlen waren vor allem die gute Stahlnachfrage innerhalb Europas sowie eine deutliche Belebung im Aufzuggeschäft und Kosteneinsparungen. Bei den Gewinnen und Umsätzen konnte der Konzern die Erwartungen der Analysten deutlich übertreffen.

Dem Aktienkurs half dies aber nur temporär. So sackte die Aktie nach einem sehr freundlichen Start im Tagesverlauf wieder ab und konnte sich auch in den letzten Tagen dem negativen Gesamttrend nicht entziehen. Aufgrund des allgemein negativen Sentiments gegenüber deutschen Aktien trennen wir uns vorerst von ThyssenKrupp, würden diese aber bei einer generellen Stimmungsverbesserung wieder ins Portfolio aufnehmen.

In den letzten Monaten hat sich der deutsche Aktienmarkt aufgrund der gedämpften Wachstumsaussichten in China besonders schwach entwickelt. Auch wenn sich die Wachstumsschwäche noch nicht in den Gewinn- und Umsatzentwicklungen der deutschen Unternehmen widerspiegelt, sind die Kurse verschiedener exportorientierter Werte mittlerweile deutlich unter die Räder gekommen.

Für die kommenden Wochen sehen wir wenige Gründe, warum sich das negative Sentiment wieder zum Positiven wenden sollte. Allerdings sollte sich spätestens mit der Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal die Einschätzung durchsetzen, dass die Wachstumsverlangsamung in China die Erwartungen zwar dämpft, dass sie aber nicht zu einem Einbruch der Gewinne deutscher Unternehmen führt.

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