Musterdepots
Die Stimmung stimmt

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Zeit also für Daniel Hupfer einen ersten Ausblick für 2016 zu wagen. Sein Fazit: Konjunkturpessimismus ist in Deutschland fehl am Platze. Was ihm der Ifo-Geschäftsklimaindex noch verrät.

Unsere positive Einschätzung zu den deutschen Wachstumsperspektiven für das Jahr 2016 wird durch die derzeitige Situation bei den Frühindikatoren untermauert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex für das verarbeitende Gewerbe, der gemeinhin als der beste und wichtigste deutsche Frühindikator angesehen wird, hat sich nach einer kleinen Delle in den Sommermonaten zuletzt wieder erholt. Allerdings gibt es in den verschiedenen Bereichen der deutschen Wirtschaft zum Teil deutliche Unterschiede bei der Einschätzung der Geschäftslage und den Geschäftserwartungen.

So lässt sich erkennen, dass die Industrieunternehmen mit mehr Gegenwind zu kämpfen haben, als es noch zu Jahresbeginn der Fall gewesen ist. Dies ist hauptsächlich auf das geringere Wachstum in China und den anderen Schwellenländern zurückzuführen. Dagegen ist die Stimmung im Groß- und vor allem im Einzelhandel sowie in der Bauindustrie so gut wie selten zuvor; selbst der Automobilsektor zeigt sich von dem VW-Skandal unberührt. Auch dies ist ein Signal, dass das Wachstum des privaten Verbrauchs, aber auch der Bauinvestitionen die Konjunktur maßgeblich tragen werden.

Zudem sei an dieser Stelle darauf verwiesen, dass das Geschäftsklima der gewerblichen Wirtschaft und insbesondere der Industrie zwar im Fokus der Öffentlichkeit stehen, aber die deutsche Wertschöpfung mittlerweile nur noch zu 25 Prozent aus diesem Sektor kommt. 75 Prozent entfallen dagegen auf die Dienstleistungen. Der bislang noch wenig beachtete Ifo-Geschäftsklimaindex für die Dienstleistungsunternehmen befindet sich derzeit auf einem Allzeithoch. Die Botschaft, die mit dieser Entwicklung einhergeht, liegt unseres Erachtens auf der Hand: Für Konjunkturpessimismus in Deutschland gibt es derzeit keinen Grund. Von daher rechnen wir für 2016 mit einem Wachstum des realen Bruttoinlandsproduktes von 1,5 Prozent. Da es zusätzlich noch einen kleinen positiven Kalendereffekt von 0,1 Prozentpunkten geben wird, beläuft sich unsere Prognose für das saison-, aber nicht kalenderbereinigte Wirtschaftswachstum in Deutschland auf 1,6 Prozent.

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