Musterdepots
Droht bald Gegenwind an den Börsen?

Der US-Index Dow Jones ist am Mittwoch zum ersten Mal in seiner Geschichte über die Marke von 21.000 Punkten gestiegen. Doch wie lange wird die gute Stimmung anhalten, fragen sich die Musterdepot-Experten.
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FrankfurtAnders als es die Entwicklung an der Wall Street vermuten lässt, hat die US-Wirtschaft ihr Wachstumstempo im vergangenen Jahr deutlich verringert. Das geht aus neuen Daten des Handelsministeriums hervor. Während die Aktienkurse 2016 um rund ein Zehntel geklettert sind, stieg das Bruttoinlandsprodukt nur um 1,6 Prozent. Dies ist der schwächste Wert seit 2011.

Seit Anfang Januar haben die Notierungen von Dow Jones & Co. im Schnitt um weitere sechs Prozent zugelegt. Auch daran lässt sich erahnen, wie hoch die eingepreisten Erwartungen des Marktes an Donald Trumps in Aussicht gestellte Wirtschaftspolitik inzwischen sind. Das bisherige Wirtschaftswachstum von 1,6 Prozent liegt niedriger als als in anderen Industriestaaten wie etwa Großbritannien oder Deutschland.

Vor allem die Aufwertung des Dollars belastet die Geschäfte der US-Unternehmen. Mit der möglicherweise schon im März anstehenden nächsten Leitzinsanhebung der US-Notenbank droht exportabhängigen Konzernen von der Währungsseite weiterer Gegenwind. Es ist der extremen Kaufstimmung der US-Verbraucher zu verdanken, dass die größte Volkwirtschaft der Welt nicht stärker in Stottern kommt. Der Konsum trägt fast drei Viertel zum BIP bei.

Doch auch die Jubellaune der Verbraucher führen Experten maßgeblich auf die von Trump in Aussicht gestellten wirtschaftspolitischen Maßnahmen zurück. Die Stimmung der US-Konsumenten hat sich im Februar einer Umfrage zufolge auf den höchsten Wert seit Juli 2001 aufgehellt.

Entscheidende Details zu seinen Vorhaben bleibt der US-Präsident aber weiterhin schuldig. Auch seine mit Spannung erwartete Rede vor dem Kongress am Dienstagabend lieferte etwa zur geplanten Steuerreform keine konkreten Neuigkeiten. Dennoch reagierten die Börsen positiv. Dabei hatten die meisten Analysten für genau diesen Fall kräftige Kursverluste vorausgesagt.

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  • Sehr geehrter Herr Kokologiannis,

    ich könnte jeden einzelnen Ihrer Sätze unterschreiben. Ich glaube, dass es für die Hausse, die wir in den USA und an den Weltbörsen beobachten, keine fundamentalen Gründe gibt. Sie kennen sicher das Börsensprichwort "Die Hausse nährt die Hausse". Es beschreibt, dass steigende Börsenkurse immer mehr Anleger an die Börse locken, so dass bei den Kursen eine Blase entsteht.

    Leider kann niemand vorhersagen, wann die immer größer werdende Blase platzen wird. Aus der Vergangenheit wissen wir nur, dass Übertreibungen lange dauern und ein ungeahnt großes Ausmaß annehmen können.

    Aus meiner Sicht ist die Kernfrage, wie der Anleger mit den Übertreibungen der Börse umgehen soll. Eine Variante ist, dass er sich für eine gewisse Zeit über seinen unerwarteten Reichtum freut. Wenn dann aber die Blase platzt, sagt er sich "Die Märkte haben es gegeben, die Märkte haben es genommen, die Märkte sind wunderbar".

    Wer jedoch Geld verdienen will, muß einen Teil seiner Aktien verkaufen. Dass man dabei niemals den Hochpunkt der Kurse erwischt, versteht sich von selbst. Aber schon in die Nähe des Hochpunktes zu kommen, ist unendlich schwer. Deshalb empfiehlt es sich vielleicht, den Verkauf auf mehrere kleine Tranchen mit unterschiedlich hohen Kursen zu verteilen.

    Alles graue Theorie? Also brauchen wir ein praktisches Beispiel. Der DAX notiert zur Zeit bei rund 12 000 Punkten. Wer glaubt, irgendwann billiger wieder einsteigen zu können, kann einen kleinen Teil seiner Aktien verkaufen. Danach wartet er ab, ob der DAX vielleicht auf 12 500 Punkte steigt und verkauft dann bei dieser Marke wiederum einen kleinen Teil seiner Aktien. Beschrieben habe ich einen Ausstieg auf Raten. Er ist das Gegenstück zum oft empfohlenen Einstieg auf Raten.

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