Musterdepots
Eine schwache Währung ist noch kein Exportgarant

Japans Wirtschaft ist in die Rezession gerutscht und hat am Markt für einen Schock gesorgt. Japans Erfahrungen sind auch für Deutschland wichtig: Eine schwache Währung kurbelt die Exporte nämlich nicht zwingend an.
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Die Japans Wirtschaft befindet sich nun offiziell in einer Rezession. Im Zeitraum von Juli bis September sank das Bruttoinlandsprodukt um 0,4 Prozent zum Vorquartal. Da im zweiten Quartal die drittgrößte Volkswirtschaft ebenfalls bereits geschrumpft ist, bedeuten die zwei negativen Quartale in Folge eine technische Rezession.

Dieses Ergebnis kam ziemlich überraschend: Die Ökonomen haben im Durchschnitt mit einem Wachstum von 0,5 Prozent gerechnet. Der Binnenkonsum erholt sich nur sehr langsam von einer Mehrwertsteuererhöhung im April. Die Exporte schwächeln ebenfalls trotz dem massiv abgewerteten Yen.

Dabei hat die japanische Regierung zusammen mit der Notenbank in den letzten Monaten und Jahren massive Liquiditätsspritzen zwecks der Konjunkturbelebung unternommen. Aus heutiger Sicht hat es bei der realen Wirtschaft nicht besonders viel bewirkt. Der japanische Aktienmarkt ist dagegen seit 2012 richtig gut gelaufen.

Bei all den strukturellen Unterschieden könnten die japanischen Erfahrungen nicht uninteressant für die EU-Länder und auch Deutschland sein. Zum einen scheint eine massive Liquiditätsversorgung alleine nicht im Stande zu sein, die reale Wirtschaft nachhaltig zu beleben. Gleichzeitig begünstigt sie die Aktienmärkte.

Ein weiterer Aspekt, der auch für Deutschland eine Rolle spielt, ist die Tatsache, dass eine Währungsschwäche nicht automatisch florierende Exportgeschäfte bedeutet. Die aktuelle Geldpolitik der EZB führt zur deutlichen Abschwächung des Euro. Dies ist gut für die Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit von südeuropäischen Staaten. Der Effekt auf die deutschen Exporte kann aber unter den Erwartungen liegen, weil die Preiselastizität der aus Deutschland exportierten Waren relativ niedrig ist.

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Es geht seitwärts

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„Wir setze auf einen fallenden Yen“

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