Musterdepots
Erzeugerpreise als Aktien-Auswahlkriterium

Daniel Hupfer blickt auf die Erzeugerpreise, Alexander Kovalenko freut sich über starke Prognosen für die deutsche Wirtschaft und Georgios Kokologiannis wartet auf die Leitzinswende in den USA. Die Musterdepots.
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Beim Blick auf die Entwicklung der Erzeuger- beziehungsweise Produzentenpreise könnte man zu der Schlussfolgerung kommen, dass Unternehmen in den kommenden Jahren einem zunehmenden Margendruck ausgesetzt sind. In der Euro-Zone sind die Erzeuger- beziehungsweise Produzentenpreise im Dezember 2014 um immerhin 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gefallen, soviel wie zuletzt im Jahr 2009.

Auch international ist der Rückgang bei den Produzentenpreisen bei weitem kein Einzelfall: So fielen die Erzeugerpreise in den USA zuletzt um 0,7 Prozent, in Großbritannien um 0,8 Prozent und in China betrug das Minus 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Unternehmen können vor allem unter Druck geraten, wenn ihre Verkaufspreise kaum von der allgemeinen Preisentwicklung abweichen. Bei einer unveränderten Produktion ergeben sich bei fallenden Erzeugerpreisen sinkende Umsätze. Bleibt die Kostenbasis überdies konstant, dann geraten auch die Marge und der Gewinn unter Druck.

Im Rahmen unseres Aktienselektionsprozesses berücksichtigen wir solche Entwicklungen ohnehin. Im derzeitigen Umfeld, in dem die Erzeugerpreise in vielen Ländern der Welt mitunter deutlich rückläufig sind, räumen wir diesem Thema jedoch noch mehr Aufmerksamkeit ein als in normalen Zeiten.

Aktuell gilt es neben der Berücksichtigung anderer wichtiger Entwicklungen, wie dem schwachen Euro und dem gefallenen Rohölpreis, Unternehmen zu selektieren, deren Abhängigkeit von den Erzeugerpreisen möglichst gering ist. Wir verwenden für die Untersuchung eine Korrelationsanalyse, die es erlaubt Aussagen darüber zu treffen, wann und wie stark die Gewinnschätzungen, Umsätze und Margen von Unternehmen reagieren, wenn sich die Erzeugerpreise ändern.

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