Musterdepots
Es gibt wieder Zinsen

Drei Manager, drei Konzepte, drei Portfolios: Die Musterdepots zeigen, wie man mit Timing und Strategie den Markt schlagen kann. Stratege Ulf Sommer beschäftigt sich mit dem Renditeanstieg bei Bundesanleihen.
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Das Redaktionsdepot: Ulf Sommer, Handelsblatt

Es gibt wieder Zinsen. Die Rendite für die zehnjährige Bundesanleihe steigt geradezu dramatisch: von 0,2 Prozent im April auf aktuell 0,55 Prozent. Das ist mehr als eine Verdopplung. Wann gab es das schon einmal an den Börsen? In den USA gibt es bereits einen Jahreszins von 2,4 Prozent für die zehnjährige Staatsanleihe. Damit erklärt sich auch schon die Schwäche an den Aktienmärkten. Anleger beginnen offenbar umzuschichten – oder zumindest zu überlegen, ob es neben der Aktie nicht doch wieder eine Alternative gibt, zumindest einen Teil seines Geldes anzulegen.

Das Social-Trading-Depot: Alexander Kovalenko, Bayerische Vermögen

Einmal im Monat bewerten wir unser Aktienkernportfolio mit derzeit 15 Einzeltiteln. Es weist im Vergleich zum breiten Stoxx Europe 600 eine signifikante Unterbewertung auf. Das gewichtete Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt bei 0,85, das gewichtete Kurs-Buchwert-Verhältnis bei 1,4 und das gewichtete Kurs-Cash-Flow-Verhältnis bei 5,6. Laut unseres Bewertungsmodells gehören 13 Aktien zum Top-Quartil, also zu den günstigsten 25 Prozent der Titel des Anlageuniversums. Die relative Unterbewertung des Portfolios bleibt trotz einer Outperformance des Musterdepots gegenüber dem Vergleichsindex intakt.

Das Privatbank-Depot: Sönke Niefünd, Otto M. Schröder Bank

Positive Renditen mit verzinslichen Anlagen zu erzielen, ist zu einer Herausforderung geworden. An den europäischen Kernmärkten überwiegen mittlerweile negative Renditen. Dies hat zur Folge, dass Anleger aktiver werden müssen, um in diesem Marktumfeld ihr Vermögen und ihre Kaufkraft zu erhalten. Wir empfehlen neben dem aktiven Bondmanagement, Anleihen unterschiedlicher Laufzeiten zu kaufen und somit flexibel auf neue Zinsniveaus reagieren zu können. Wir haben dies mit dem jüngsten Erwerb der DIC Anleihe bis 2022 getan, welche bereits bei 101,00 notiert.

Die Regeln der Depots

Die Musterdepots veranschaulichen aussichtsreiche Anlagestrategien und geben Anregungen, mit denen Investoren ihre Renditeziele erreichen können. Im Vordergrund steht nicht ein Wettbewerb zwischen den drei Portfolios, sondern vielmehr die Nachvollziehbarkeit und Transparenz der Anlageentscheidungen für den Leser. Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn, am Freitag, dem 31. Januar 2014, wurden mindestens fünf Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, wann sie investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,25 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Kommentare zu " Musterdepots: Es gibt wieder Zinsen"

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  • Sehr geehrter Herr Dr. Sommer,

    es ist ein Irrtum zu glauben, die Anleger würden ihr Geld in 10jährige Bundesanleihen umschichten. Richtig ist das genaue Gegenteil. Die Anleger fürchten einen Anstieg der Zinsen, sie wollen Verluste vermeiden und gehen deshalb raus aus den Anleihen. Damit sinkt deren Kurs, was nach Adam Riese einen Anstieg der Rendite bedeutet. Kurz und gut: Der Renditeanstieg ist die Folge von Verkäufen.

    Was die Anleger bewegt, ist schwer zu begreifen. Sie trennen sich von Anleihen, aber auch von Gold und ein Stück weit auch von Aktien. Folglich werden Liquditätspolster aufgebaut. Aber warum, ist schwer zu ergründen. Ist es vielleicht die Furcht vor einem unerwartet hohen Anstieg der Zinsen? Die Furcht, dass die unvorstellbar große Blase des Anleihemarktes auch nur ein Stück weit platzen könnte?

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