Musterdepots
Hochmut kommt vor dem Fall

Das deutsche Geschäftsklima hat sich erneut verschlechtert. Analysten scheint das allerdings wenig zu kümmern. Sie gehen weiter von steigenden Unternehmensgewinnen aus. Georgios Kokologiannis hält das für einen Fehler.
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Die Führungskräfte der deutschen Wirtschaft schätzen nicht nur die aktuelle Geschäftslage schlecht ein, sondern auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate. Davor warnt jetzt der Ifo-Geschäftsklimaindex – einer der wichtigsten Konjunkturindikatoren hierzulande.

Aktienoptimisten üben sich dennoch weiter hartnäckig in Realitätsverweigerung und träumen – wie schon seit Monaten – von plötzlich steigenden Unternehmensgewinnen. Die Erklärung dafür, woher denn die wundersamen Ertragssprünge kommen sollen, bleiben die Experten schuldig.

Bei den Dax-Konzernen hoffen Analysten laut dem Informationsdienstleister Bloomberg bis zum Jahresende im Schnitt allen ernstes auf einen Gewinnsprung um über ein Viertel. Und selbst dann läge das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der deutschen Standardaktien mit rund 13,6 noch weit über dem Zehnjahres-Mittel, das bei 11,4 liegt. Kein Wunder, dass der deutsche Leitindex derzeit um seinen Stand vom Jahresanfang kämpft, statt wie in Aussicht gestellt nachhaltig die 10000er-Marke zu überwinden.

Mit meiner eher vorsichtigen Depotaufstellung sehe ich mich daher weiter genau richtig positioniert: Ich setze auf defensive Anlagezertifikate, die teilweise völlig immun sind gegen Abwärtsphasen an den Börsen und schütze damit das Handelsblatt-Portfolio vor größeren Schwankungen.

Damit das auch weiterhin so bleibt, würde ich Direktinvestitionen ohne Absicherung durch spezielle Zertifikate oder Optionsscheine erst bei deutlich niedrigeren Notierungen in Erwägung ziehen - frühestens etwa bei einem Dax-Stand von 8 000 bis 8 500 Punkten. Am wahrscheinlichsten halte ich allerdings weiterhin das Szenario, auf das ich das Depot bereits seit Ende Januar ausgerichtet habe: Eine schwankungsbreite Seitwärtsbewegung von bis zu rund 600 Punkten beim Dax um seinen Jahresanfangsstand von 9552 Zählern.

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