Musterdepots: Inflationsanleihen werden überschätzt

Musterdepots
Inflationsanleihen werden überschätzt

Inflationsindexierte US-Anleihen sind für unseren Autor nur auf den ersten Blick attraktiv. Denn auch sie bieten ein unterschätztes Risiko: Spiegelt die Inflationsrate wirklich den tatsächlichen Kaufkraftverlust wider?
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Experten der Fonds-Riesen Blackrock und Pimco raten derzeit in inflationsindexierte US-Anleihen zu investieren. Ich teile diese Auffassung nicht. Nur oberflächlich betrachtet erscheint der Kauf inflationsindexierter US-Anleihen attraktiv.

Diese speziellen Produkte sollen eigentlich bequem vor Vermögensverlusten durch Inflation schützen. Denn vereinfacht gesagt gilt hier: je höher die künftigen Teuerungsraten, desto höher auch die Zinszahlungen. Und: Sind die aktuellen Inflationserwartungen niedrig, können Anleger diese speziellen Bonds besonders günstig erwerben – so wie derzeit.

Hintergrund: In den USA preist der Markt derzeit eine Inflation von rund einem Prozent ein. Da die Geldprofis von Blackrock und Pimco damit rechnen, dass die Verbraucherpreisentwicklung stark unterschätzt wird, sehen sie Aufholpotenzial bei den Kursen der Bonds.

Doch unabhängig davon wie sich die Teuerung in den USA tatsächlich entwickeln wird, bergen die auch als „Inflations-Linker“ bezeichneten Anleihen meiner Überzeugung nach ein unterschätztes Risiko: Die Zinskupons sind an offizielle Messziffern gekoppelt - und es sind Zweifel angebracht, ob die publizierten Inflationsraten den tatsächlichen Kaufkraftverlust hinreichend widerspiegeln.

Umstritten ist vor allem die sogenannte „hedonistische“ Preismessung der Güter im offiziellen Warenkorb, den die Statistiker unter der Lupe haben. Glauben die Experten beispielsweise bei Smartphones eine Leistungsverdoppelung beobachtet zu haben, dann führt dies dazu, dass bei gleichbleibendem Verkaufspreis eine fünfzigprozentiger Preisabschlag für dieser Warenkategorie attestiert wird.

Zudem sind jederzeit politisch motivierte Änderungen bei der Berechnung der Preisentwicklung möglich. Einer der berüchtigsten Fälle: Die britische Regierung ersetzte vor rund sechs Jahren kurzerhand den Index zur Messung der Verbraucherpreisteuerung durch eine neue Variante, die Wohnkosten fortan ausklammerte - die waren in der Vergangenheit nämlich besonders stark geklettert. Dadurch sparte Großbritannien seitdem etliche Millionen Pfund an Zinszahlungen - auf Kosten der Inhaber von Inflationsanleihen.

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